Mutig ist, wer es trotzdem tut

22. August 2018 | Gedankenkarussell | Sag mir, was du denkst!

Eigentlich sollte der nächste (also dieser) Beitrag einer werden, in dem ich euch ein ziemlich großartiges Produkt vorstelle. Dem ist aus den verschiedensten Gründen, vordergründig aber erstmal nur deshalb nicht so, weil ich es scheiße fände, hier so lange nicht von mir hören zu lassen, aber etwas zu bewerben. Ganz unabhängig davon, wie begeistert ich auch bin. In jedem Fall hatte ich ursprünglich schon lange vor, mich mal wieder zu Wort zu melden, und die neuesten Neuigkeiten mit euch zu teilen. Dass aus den ursprünglich neuesten Neuigkeiten nun veraltete News geworden sind, und ich ‘ne Menge um die Ohren hatte (und insgeheim noch immer habe) ist da irgendwie eher kontraproduktiv. Vor allem wenn man bedenkt, dass der geplante Beitrag zu einem Großteil bereits geschrieben war. Also alles auf Anfang.


Sicherlich stand mir des Öfteren der Sinn danach, mir meine Gedanken von der Seele zu tippen, und mein Soll hinsichtlich der Kooperation zu erfüllen, aber entweder hab ich nicht die Zeit, oder aber die Worte gefunden, euch an dem aktuellen Geschehen teilhaben zu lassen. Auch deshalb, weil ich dieses erst einmal für mich verknusen musste. Wieder einmal ist viel passiert. Wieder einmal hab ich nicht so recht die Worte, euch daran teilhaben zu lassen. Aber ich hab mich daran erinnert, wie r/wichtig es ist, einen Weg zu gehen, auch wenn man noch nicht sicher weiß, wo er hinführen mag. Ich hab mich daran erinnert, wie gut es tut, einfach drauflos zu schreiben, und daran, dass ich gerade dann, wenn ich den Inhalt nicht im Vorfeld zerdacht habe, die besten Beiträge geschrieben habe. »Wie ein Kind im Regen« ist da wie ich finde ein gutes Beispiel. Wenngleich der heutige Beitrag nicht in diese Richtung gehen wird. Weil ich heute in erster Linie wieder einmal aus dem Nähkästchen plaudern, in diesem Zusammenhang sogar vielleicht den einen oder anderen Beitrag aus dem Entwürfe-Ordner zu einem kombinieren möchte. Denn es ist nicht so, dass ich nicht schrieb. Ich schrieb durchaus. Ich veröffentlichte bloß nie.

Um nochmal auf »Einen Weg gehen, ohne zu wissen wo genau er hinführt« zurückzukommen: Ich tu das in letzter Zeit ständig. Wir tun das. Da wäre zum Beispiel die Bewerbungsphase des Lieblingsmannes, die in der letzten Märzwoche zu einem viertägigen, leider ergebnislosen Probearbeiten führte. Da wäre auch der Launch meines Onlineshops auf DaWanda, wo es mich zum ersten April für genau vier Monate hinverschlagen hat. Dazu aber gleich mehr. In beiden Fällen war klar, wenn wir vorankommen wollen, müssen diese Schritte gegangen werden. So strapaziös und nervenaufreibend sie auch sein mögen. Und wir taten genau das. Wir gingen. Mal mit und mal ohne Plan, aber in jedem Fall drauflos. Wozu das wiederum führte war uns zu dem Zeitpunkt nicht klar. Wie auch? Eine Glaskugel besitzen wir nicht. Was mich auf den Gedanken bringt, dass es Fluch und Segen zu gleich wär; eine zu haben meine ich. Will ich wissen, was mich in Zukunft erwartet? Jaein. Aber ich schweife ab. In jedem Fall haben wir uns, unwissend was uns erwartet, in unsere ganz eigenen Abenteuer gestürzt. Nicht ausschließlich voller Freude, da spielten Ängste ebenso mit ein. Aber das ist nun auch etwas, was nicht unüblich ist. Trafen sie zu, waren sie berechtigt? Begrenzt. Aber wie Lukas vor einigen Tagen ganz passend sagte »Mutig ist nicht, wer keine Angst hat. Mutig ist, wer es trotzdem tut«.

Hätte ich kurz vor’m bevorstehenden Release meines DaWanda-Shops gewusst, dass ich mir für Detailminiatur schon zeitnah ein neuen Zuhause suchen, und im Grunde alles von Vorne machen darf, wäre ich vermutlich einen anderen Weg, und sofort zu Etsy gegangen. Andererseits hat auch der notgedrungene Umzug durch das DaWanda-Aus zum 30’sten August sein Gutes. Ohne meinen Abstecher zu DaWanda hätte es mich vermutlich nicht in einige Facebookgruppen verschlagen, in denen ich bereits das eine ums andere Mal auf Hilfe, allerdings auch auf manch dämlichen Kommentar gestoßen bin.

Zum Thema Bewerbungsphase fällt mir noch etwas ein, über das ich mitunter aus Unverständnis schon längst schreiben wollte. Wie zum Teufel soll man als Bewerber den Anforderungen eines Chefs gerecht werden, wenn dieser Hornochse nach jemandem sucht, der gerade einmal 25 Jahre alt ist, aber schon 10 Jahre Berufserfahrungen hat? Kurz: Was soll die Scheiße, dass gefühlt jedes Unternehmen so dämlich ist, einen potentiell guten Arbeiter abzulehnen, bloß weil er keine Berufserfahrungen sammeln konnte? Warum kommen die hohen Tiere eines Unternehmens nicht mal auf den Gedanken, dass auch die Bewerber mit Berufserfahrungen irgendwann mal keine hatten? Oder auch: Warum wird ein Mensch mittleren Alters höher gestellt, bloß weil er im Gegensatz zum Lieblingsmann ein paar (viele) Jahre Berufserfahrungen hat? Wie soll er denn welche sammeln, wenn er nicht so recht eine Chance bekommt? Und das ist, was permanent in meinem Kopf umhergeistert. Ganz viele W-Fragen, die das Jetzt und die Zukunft betreffen. Und es geht nicht so voran, wie wir das gerne hätten, was wiederum zur Folge hat, dass Lukas mittlerweile nicht bloß nach Arbeitsstellen sucht, und sich auf diese bewirbt, sondern den Fokus auf Ausbildungsstellen setzt, da im Laufe der schon lange wehrenden Bewerbungsphase rausgekommen ist, dass seine schulische Ausbildung im Grunde (aufgrund eines nicht gescheit vorhandenen Gesellenbriefs) nichts wert ist.

In Sachen Detailminiatur ist es ähnlich. Es geht nicht so voran, wie ich das gerne hätte, wenngleich ich auch mehr Möglichkeiten habe, den Stillstand sinnvoll zu nutzen. Mit der Erweiterung meines Sortiments zum Beispiel, wodurch mittlerweile auch versilberter Schmuck ein fester Bestandteil von Detailminiatur ist. Oder dem Vorbereiten an Produkten, soweit diese nicht individualisierbar sind. Trotzdem muss ich gestehen, dass die Tatsache, dass wenig bis keine Bestellungen reinkommen, auf einer gewissen Ebene echt demotivierend ist. Wenngleich ich mir auch noch so oft sage, dass es nur daran liegt, dass mich kaum jemand kennt. Nicht etwa daran, dass meine Arbeit scheiße ist. Ich will mich aber auch gar nicht beschweren. Nicht in dieser Hinsicht. Weil schon alles irgendwie seinen Lauf nehmen wird, wenn ich in der Lage dazu bin, einem lang ersehnten Ansturm gerecht zu werden.

Dann wäre da noch ‘ne anhaltende Erkältung Anfang Juli gewesen, die mich, da der Lieblingsmann mich angesteckt hat, für rund zwei Wochen außer Gefecht gesetzt hat, die notgedrungene Anschaffung einer neuen Brille, weil die meine nach fünf Jahren einmal in der Mitte durchgebrochen ist, obwohl eigentlich kein Geld dafür da gewesen wäre, und momentan hängt auch noch eine ganz andere Thematik in der Luft, die es zeitnah zu bewältigen gilt. Eine anstehende Nasen-OP für den Lieblingsmann, der durch die Verengung seiner Nasenscheidewand mit Luftverwirbelungen zu kämpfen hat, die mich seit geraumer Zeit um den Verstand bringen, und verhindern, dass wir in einem Bett schlafen können. Mitte September geht’s los. Und abgesehen von den in meinem Kopf herumkreisenden Befürchtungen um die Vollnarkose, bedeutet die diese zudem vier Tage getrennt sein. Jetzt guckt nicht so. Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass das ‘nen Luxusproblem ist, und andere Paare viel längere Phasen des getrennt Seins bewältigen müssen. Aber das letzte Mal, dass wir so richtig über Nacht getrennt waren, also nicht in der selben Wohnung geschlafen haben, und das mehrere Tage in Folge, liegt rund 16 Monate, wenn nicht sogar länger, zurück.

Ihr seht – hier war ‘ne Menge los, und auf der wöchentlichen to do-Liste sammeln sich mehr und mehr die Punkte, die abgearbeitet werden wollen. Insofern es mir möglich ist, werd’ ich euch etwas regelmäßiger auf dem Laufenden halten, und vor allem zeitnah endlich mal den Beitrag für die Kooperation fertigstellen, aber versprechen werd’ ich aus Gründen nichts. 

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