Wraps gehören in den Bauch

23. Mai 2016 | Gedankenkarussell | 10 Gedankengänge

An was denkt ihr als erstes, wenn ihr das Wörtchen „Wrap” hört? Ich hoffe von Herzen, dass es euch ähnlich wie mir geht, und euch diese köstliche, Pfannkuchen ähnliche Mahlzeit in den Sinn kommt. Ist das nicht der Fall, und ihr seid von den Wraps um die es in diesem Beitrag gehen soll, total begeistert, solltet ihr hier entweder direkt aufhören zu lesen, oder aber mal über euer rausgeschmissenes Geld nachdenken.

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Mal ehrlich, im Prinzip kann und soll jeder das tun was er möchte, aber wenn plötzlich auf Instagram ein totaler Wrap-Hype stattfindet, der nicht mit einer Mahlzeit zutun hat, dann muss ich meine Kodderschnauze einfach aufmachen. Um alles möglichst wahrheitsgemäß wiederzugeben, habe ich mir im Vorfeld grobe Informationen im World Wide Web zusammengesucht, und mich mit einer lieben Instagrammerin ausgetauscht, die dem Thema ähnlich gegenübersteht wie ich. Noch kurz vorab, Firmennamen werden ganz bewusst nicht genannt, da die besagten Wraps im Grunde alle gleich funktionieren und egal welche Firma dieser Art die Naivität Gutgläubigkeit der Menschheit ausnutzt.

Das Prinzip ist ebenso einfach wie traurig, man bestellt die besagten Wraps unter anderem bei fragwürdigen Vertreibern die das Zeug auf Instagram vorstellen, man bezahlt ’nen Haufen Kohle, und hat im Grunde nichts weiter als Vliesgewebe das mit ’nem komische Gel versehen ist, und welches schlussendlich mit Hilfe von Klarsichtfolie auf der Haut befestigt werden muss. Vermeintlich innerhalb von 45 Minuten sollen die Wirkstoffe des Gels in die Haut einziehen und dafür sorgen, dass eben diese „gestrafft, geglättet und gefestigt” wird. Auf einer Internetseite eines derartigen Unternehmens fand ich bei meinen Recherchen übrigens folgende Aussagen die mich arg zum schmunzeln brachten.

Die Versprechen

○ Gibt der Haut einen dauerhaften Lifting Effekt
○ Kann Cellulite sichtbar reduzieren
○ Hilft bei der Bekämpfung von Problemzonen
○ Dauerhafte Resultate mit Hilfe natürlicher Inhaltsstoffe

All jene die noch immer voller Euphorie auf diese Geschichte blicken, muss wohl schleunigst mal erklärt werden, was davon Fakt ist und was nicht. Von dauerhaften Resultaten kann nämlich ausschließlich nur dann die Rede sein, wenn ihr mehrere hunderte Euro monatlich investiert, und nie wieder damit aufhört, diese vollkommen bekloppen Wraps auf eure vermeintlichen Problemzonen zu kleben. Ernsthaft, wacht doch mal auf! Dehnungsstreifen zum Beispiel (oder auch Cellulite) haben einfach etwas mit eurem Bindegewebe zutun, das ganz und gar nicht mit einem Gel mit natürlichen Inhaltsstoffen dauerhaft gefixt werden kann. By the way, gerade Dehnungsstreifen entstehen, wenn sich Körperteile ausdehnen und diese sind wunderbar mit einem Gummiband zu vergleichen. Ist das Gummi nämlich einmal bis zum Anschlag gedehnt worden, ist es ausgeleiert und hat viele kleine Risse, die sich nicht wieder reparieren lassen. Dehnungsstreifen können und werden mit der Zeit ganz von selbst verblassen, da braucht es keine Wraps die kurzzeitig für ein positives Ergebnis sorgen. Was die Bekämpfung von Problemzonen angeht, gibt es nur eines zu sagen: Sport ist zwar sprichwörtlich Mord, in dieser Hinsicht aber der einzige effektive Weg zur Bekämpfung von Problemzonen.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass ihr euch erstens sicher nicht wohler fühlt, wenn ihr eure Problemzonen in Frischhaltefolie einwickelt, zweitens die ganze Prozedur nichts an eurer nicht vorhandenen Selbstachtung ändert, und ihr drittens für so einen Scheiß kein Geld ausgeben solltet. Wohlfühlen beginnt im Kopf, und die Aussage von einem mir unbekannten Verfasser passt abermals wie die Faust auf’s Auge: „Inneren Frieden erlangen wir erst, wenn wir akzeptieren was wir nicht ändern können.”

Seid so lieb und hinterlasst mir einen Kommentar mit eurer Meinung zu diesem absurden Thema, berichtet von eventuellen Erfahrungen und lasst einen regen Austausch stattfinden; ich freu mich drauf.

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10 Gedankengänge

  • Antworten Stefan 23. Mai 2016 um 11:04

    „Ein Wrap ist ein dünnes, mit einer Füllung zu einer Rolle gewickeltes Fladenbrot. Ursprung ist die Tex-Mex-Küche, weshalb als Hülle häufig Tortillas verwendet werden“ Wikipedia.

    Wenn die Plauze weniger werden soll, dann ab zum Sport! Allein der Gedanke dass etwas so heißt wie diese köstliche Mahlzeit ist schon eklig. *schauder*

    • Antworten Laura Lehmann 23. Mai 2016 um 11:09

      Ob nun gewickeltes Fladenbrot oder eine Pfannkuchen ähnlich Mahlzeit, Fakt ist ganz klar: Wraps gehören in und nicht um den Bauch! Ich esse Wraps by the way sogar recht gerne mal süß, sodass der Vergleich mit dem Pfannkuchen für mich doch recht nahe liegt. 😀

      Recht hast du aber dennoch, ich finde den Hype um die Bodywrapping Geschichte mehr als fragwürdig.

  • Antworten Nicole 23. Mai 2016 um 16:47

    Liebe Laura,

    ich bin eben auf deinen Blog gestoßen und musste bei dem Artikel laut lachen. Es ist herrlich zu sehen, was Einbildung alles kann und zu was solche Instagram-Hypes gut sind. Ich bin schon immer genervt gewesen, wenn ich bei Instagram gesehen habe, wie viele Leute das alles für bare Münze nehmen und sich Plastikfolie um ihren Körper wickeln. Ich möchte jetzt nicht sagen: Wie dumm kann man sein – wobei, eigentlich ist es genau das, was ich sagen möchte.

    Danke für diesen Artikel. Vielleicht wachen ja jetzt ein paar auf und gehen zum Sport. Ich gehe jetzt jedenfalls mal bei dir stöbern. 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Nicole

    • Antworten Laura Lehmann 24. Mai 2016 um 8:25

      Liebe Nicole,

      herzlich Willkommen auf Pixeldetail und vielen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      Als dumm würde ich die Kunden dieser Unternehmen vielleicht nicht bezeichnen, weil man nicht wirklich weiß was sie dazu bewegt sich auf den Scheiß einzulassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Kunden schon „alles“ versucht haben, nichts davon von Erfolg gekrönt war und sie denken, das das „ihre letzte Chance“ ist. Es wird im Grunde mit ihrer Unzufriedenheit Geld gemacht und das finde ich furchtbar traurig. Naivität ist zwar nicht immer verkehrt, kostet in diesem Fall aber unheimlich viel Kohle.

      Um mit sich selbst ins Reine zu kommen bedarf es weder dubiose Wunderpillen, noch komisches Fitnesspulver und erst recht keine vollkommen absurden Bodywraps. Alles beginnt im Kopf und Selbstliebe heißt die Devise, wenn sie das verstehen wird es ihnen langfristig besser gehen, zumal sie sich aus Dehnungsstreifen genauso wenig machen würden wie aus Cellulite. Das ist allerdings eine Lektion, die sich ein Leben lang wiederholt und die ’ne Menge Kraft kostet.

  • Antworten Michaela Warkow 23. Mai 2016 um 19:01

    Ich hab das irgendwo mal vor einigen Monat als „Geheimtipp“ gelesen, dass man sich Frischhaltefolie (also die ganz normale aus dem Supermarkt) um den Körper wickelt und über Nacht drauf behält…damals dachte ich schon, dass das ziemlich bescheuert klingt aber wer halt dran glaubt, solls machen und die Folie ist ja auch nicht teuer.

    Aber das es jetzt schon „seriöse“ Firmen gibt die sowas für viel Geld verkaufen, schockt mich doch jetzt schon ein wenig. Nicht unbedingt, dass es sie gibt sondern eher, dass sie tatsächlich Kunden haben! Wie blöd kann man eigentlich sein? Ich denk mir schon immer bei Cremes und ähnlichem, dass das nur Abzocke ist aber so ein Blödsinn? Oh man, das möchte man am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand schlagen…

    Ich würde diesen Post gern Ende des Monats in meinem Monatsrückblick verlinken, darf ich das Foto dazu verwenden? Natürlich unter Angabe der Quelle und direkter Verlinkung zu Pixeldetail 😉

    LG
    Ela von Schattenglanz

    • Antworten Laura Lehmann 24. Mai 2016 um 8:32

      Der „Geheimtipp“ kursiert schon seit Jahren in der Welt. Meine Mam hat sogar gemeint, dass es das zu ihrer Jugend schon gab.

      Absurd ist das Ganze in erster Linie, weil es Menschen gibt die sowas glauben, da hast du in der Tat recht. Genauso unnötig finde ich allerdings die Firmen. Würde es nie nicht geben, würde die Form der Abzocke nicht stattfinden und die Gutgläubigkeit der Menschen nicht so ausgenutzt werden.

      Über eine Verlinkung dieses Beitrags auf deinem Blog würde ich mich sehr freuen, bediene dich also ruhig. Vielleicht magst du mir den entsprechenden Link zukommen lassen, wenn’s soweit ist? Meine Pingbacks funktionieren nicht mehr wie sie und ich hab den Fehler bislang noch nicht gefunden. ?

  • Antworten Dirk 23. Mai 2016 um 20:13

    Oh man, klasse geschrieben. …wenn ich sowas lese denke ich immer genau so wie du schreibst, sage ich aber was bekomme ich oft zu hören da hätten wir männer keine ahnung von.
    Hmmm aber du bist kein Mann …. hatte wohl doch recht.

    Ach zu diversen dubiosen Instagramseiten.
    Wer in Deutschland etwas im internet verkaufen will, muss eine webpräsenz mit vollständigem impressum haben.
    Selbst wir Blogger müssen das und die meisten von uns haben nicht mal kommerzielle Interessen.

    Wenn mir also jemand was verkaufen will und nur eine windige Instagramseite ohne gültiges Impressum hat …. weiß ich wie seriös der Anbieter ist……Achja ich hab noch hundert goldene Zuckerperlen, wer will nen super Fitnessmittel haben? 20Stück hundert euro….einmal täglich eine und du bist fit wie nie …… ja ne ist klar oder?

    • Antworten Laura Lehmann 24. Mai 2016 um 8:09

      Lieber Dirk,

      vielen Dank für dein liebes Kompliment. Es freut mich tierisch, dass du immer so denkst wie ich schreibe und ich dir damit gewissermaßen ein gutes Gefühl geben kann.

      Zugegeben, Detailminiatur läuft seit mehr als einem Jahr ausschließlich über Instagram, rein rechtlich ist das sicherlich schwammig, aber ich verspreche ja auch nicht, dass man mit meinen Anhängern als Begleiter irgendwelche sonderbaren Gefühle hat. Es ist einfach so, dass mir für den Shop noch die AGB fehlen, die schweineteuer sind und ich abgesehen davon vor etwa einem halben Jahr den fast fertig codierten Shop zerschossen habe, aber das ist eine andere Geschichte.

      Wie das mit den dubiosen Vertreibern auf Instagram funktioniert weiß ich auch nur, weil mir vor einiger Zeit mal angeboten wurde den Scheiß selbst zu vertreiben. Die verlinken, wenn ein Impressum gewünscht wird, immer auf die jeweilige Firmenseite.

      Über dein Zuckerperlen-Geschäft solltest du vielleicht sogar nochmal nachdenken, haha. 😀

  • Antworten Einzelkämpferin 31. Mai 2016 um 17:46

    Waaas?
    Ich kenne das eher von wenn man irgendwelche Entzündungen oder sowas hat. Mit ’ner Salbe, glaub ich. Weiß auch nicht…

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