Wo steh ich eigentlich?

13. April 2017 | Gedankenkarussell | 2 Gedankengänge

Ja, ich weiß. Ich hab bislang erst zwei Beiträge in 2017 veröffentlicht, zumal ich seit Ewigkeiten hin und her überlege, welchen Beitrag aus den Entwürfen ich zuerst veröffentliche. Und jetzt, jetzt ist’s keiner dieser, sondern mal wieder ein Beitrag, welcher ausschließlich aus Text besteht, einer, den ich frei Schnauze schreiben werde, und welcher ohne konkrete Aussage online gehen wird. Nicht, dass ich mich rechtfertigen müsste, aber ich möchte ein paar Dinge aufgreifen, welche mitunter dazu geführt haben, dass es hier so still war. Ihr habt die vergangenen Monate nämlich trotzdem recht häufig vorbeigeschaut, und ich bin zugegebenermaßen ein bisschen gerührt, dass ihr mich trotz der Funkstille nicht vergessen habt.

Irgendwo zwischen den Jahren

Ihr wisst wie ich bin, jedenfalls diejenigen, die von Instagram kommen, wissen das. Ihr wisst, dass ich immer meine Zeit brauche, um im neuen Jahr anzukommen, und den Januar über emotional irgendwo zwischen den Jahren hängengeblieben bin. Das führt ganz zwangsläufig dazu, dass Produktivität nur schwer möglich ist, und ich mich erst einmal darauf konzentriere, wieder zu mir zu finden. Das braucht Zeit, und Geduld, welche ich bekanntlich nur schwer aufbringen kann.

Alles neu macht der Mai Februar

Wie fang’ ich diesen Absatz nur an? Einen Tag vor meinem zweiundzwanzigsten Geburtstag ist mir jemand auf Twitter aufgefallen, weil er so ziemlich jeden meiner Tweets geliket hat. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welch großartiger Mensch sich hinter dem Account verbirgt, aber aus reiner Neugier heraus, und weil der Impuls da war, schrieb ich ihn an und fragte nach, was seine Likes zu bedeuten haben. Hört auf zu lachen. Dass ihm meine Tweets gefallen haben, war mir klar. Was mich interessierte war das Warum. Es ist unheimlich spannend herauszufinden, welche Intention jemand hat. Ob er nur liket, weil er die Gedankengänge nachvollziehen kann, oder ob er es tut, weil er selbst in einer ähnlichen Situation steckt.

Und dann fing das Größte an, was ich jemals erlebt habe. Der Austausch fing beiläufig und ohne irgendwelche Absichten auf Twitter an, hielt dort ein paar Stunden, und wechselte schlussendlich auf WhatsApp, wo er der Erste war, der mir in der Nacht, mitten in einem tiefgründigen Gespräch, ein bisschen unbeholfen aber total süß, per Sprachnachricht zum Geburtstag gratulierte. 9 Tage später trafen wir uns das erste Mal, und seitdem tun wir das, was Unwissende wohl Aufeinanderhocken nennen. Ich bin angekommen, nach sieben verdammt beschissen Jahren. Dass mittlerweile Über sieben Brücken musst du gehen von Peter Maffay zu einem meiner Lieblingslieder geworden ist, dürfte unter den gegebenen Umständen nicht sonderlich verwunderlich sein.

Die Überfälle meiner Dämonen

Tja, und dann hatte ich in der letzten Zeit immer wieder ungebetene Gäste zu Besuch, die sich nicht einfach rausschmeißen lassen. Ängste, Unsicherheit, Verzweiflung, Überforderung – kurz, meine Dämonen. Es dürfte mittlerweile bekannt sein, dass ich seit bald 8 Jahren tagtäglich gegen und für mich kämpfe, und das alleine schon ziemlich viel meiner Kraftreserven frisst. Wenn die Dämonen, welche in mir schlummern situationsbedingt erwachen, dann wird der Kampf noch anstrengender, und das Ich bricht irgendwann zusammen, weil es weder vor, noch zurück weiß, und mir vom ständigen im Kreis drehen schwindelig wurde. Und dann bleib ich liegen. Für den Moment. Denn ich habe begriffen, dass es vollkommen in Ordnung ist, auf die Fresse zu fallen, im Anschluss ein wenig liegen zu bleiben, und dann gestärkt wieder aufzustehen. Es ist nicht von Relevanz, wann man seinen Arsch wieder hochkriegt. Was von Relevanz ist, ist, dass man es zwischenzeitlich versucht, und es schlussendlich einfach tut.

Geh raus, und/oder lies um zu leben

Spaziergänge mit dem Lieblingsmann (und der Kamera in petto) spielten über diesen Zeitraum hinweg eine recht bedeutende Rolle, wenngleich ich meinen goldenen Käfig auch nur bedingt verlassen wollte, in dem mir immer mal wieder die Decke auf den Kopf fiel. Es sind wahnsinnig schöne Bilder entstanden, und die Zeit, in der ich mir den Wind hab um die Ohren wehen lassen, während ich mit fotografieren beschäftigt war, war wie Balsam für die Seele. Versteht mich nicht falsch, der Lieblingsmann ist das auch -oder besser gesagt in erster Linie, aber der Lieblingsmann ist auch nur ein Mensch, der begrenzte Kraftreserven zur Verfügung hat.

Und weil ich im Lesen mittlerweile ein Ventil gefunden habe, da ich mich durch Bücher in eine andere Welt flüchten kann, wenn es mir in meiner mal wieder zu viel wird, hab ich relativ viel gelesen. Ich hab gelesen, um zu leben. Um nicht mehr nur zu funktionieren. Ich hab mir durch meine Flucht in eine andere Welt, und ja, da gehört definitiv auch die Fotografie zu, Zeit genommen. Zeit für mich, und meine Leidenschaft(en).

Man nehme ein paar neue Schriftarten, und fühle sich (fast) wieder wohl

Last but not least spielte durchaus auch die Tatsache eine Rolle, dass ich bereits seit Jahren ein und dasselbe Theme verwende, und recht lange überlegt habe, ob ich mir nun ein neues, meinen Wünschen entsprechend, anpasse oder nicht. Ich hab mich dagegen entschieden. Anstatt bei null anzufangen, und mir die Arbeit zu machen, ein Theme komplett anzupassen, hab ich ein paar optische Veränderungen vorgenommen, die alles in allem durchaus für frischen Wind sorgen, und der kleinere Aufwand waren.

Was mir in der leider doch recht langen Pause nebenbei bemerkt wieder bewusst wurde ist, dass Pixeldetail niemals ein Nischenblog sein wird. Ich passe in keine Schublade, Pixeldetail tut das genauso wenig. Ich hab wahnsinnig viel Freude daran, mich ohne Konzept hinzusetzen, meine Gedanken kreisen zu lassen, und selbige einfach nur runterzuschreiben. Ebenso Freude hab ich aber daran, mir im Vorfeld eine Art Konzept zu überlegen, Bilder für bestimmte Beiträge zu machen, und strukturiert zu arbeiten. Zugegeben, Rezepte oder DIY’s zu veröffentlichen, ist mittlerweile nicht mehr das, was mein Herz höher schlagen lässt. Diesen Platz haben Bücher uneingeschränkt eingenommen, was aber nicht heißt, dass nicht irgendwann mal wieder, irgendein Rezept veröffentlicht wird. Außerdem hab ich nach wie vor Freude daran zu werkeln. Und wer weiß, wenn ich mich das nächste Mal wieder kreativ austobe, und mir das Ergebnis gefällt, zeige ich es euch vielleicht. Was die Bücherliebe-Beiträge betrifft muss ich gestehen, dass ich noch immer nicht so recht weiß, wie ich diese gestalten soll. Sie werden aber kommen – soviel ist sicher.

Abschließend bleibt also nur noch zu sagen, dass Pixeldetail mittlerweile vor allem persönlich ist. Ich mag nicht länger versuchen, auf irgendeinen Zug aufzuspringen, weil dies oder jenes gerade in ist. Ich hab Bock zu bloggen, und ich werde bloggen. Nur eben zukünftig ausschließlich über die Dinge, die mich beschäftigen, und zwar voraussichtlich einmal die Woche, an keinem bestimmten Tag!

Der vorherige Beitrag Der nächste Beitrag

Vielleicht magst du auch diese BeitrÄge?

2 Gedankengänge

  • Antworten Anna 14. Mai 2017 um 23:06

    Ich mag diese „frei von der Leber weg“-Beiträge sehr!

  • Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: