Wenn Menschen glauben dich zu kennen

24. Juni 2016 | Gedankenkarussell | 3 Gedankengänge

Ihr kennt doch sicher dieses “Ich geb dir mal ‘nen Rat mit auf den Weg”-Gesülze von wildfremden Menschen, oder? Witzig wird’s vor allem, wenn sie allen ernster der Meinung sind euch wirklich zu kennen, nur weil ihr euch kurzzeitig oberflächlich ausgetauscht habt. Ich meine hey, der erste Eindruck mag da sein, aber deswegen hat diese Person sich noch lange nicht das Recht rauszunehmen, euch zu verurteilen und das auch nur, weil er nicht damit einverstanden ist, was ihr zwei Sätze vorher von euch gegeben habt.

Wann ein “Rat” unangebracht ist …

Jeder Mensch hat das Recht auf eine eigene Meinung und jeder Mensch kann für sich selbst entscheiden, in wie weit er diese vertritt. Absolut unangebracht ist aber aufzwingendes Verhalten, zumal es nicht richtig ist von jemanden zu verlangen, sich zu verbiegen. Ein eigentlich gutes Beispiel dafür ist, dass ich mich in meinem Privatleben weitestgehend von Alkohol konsumierenden Menschen fernhalte, weil ich mit dem Konsum nicht zurechtkomme. Der Geruch von Alkohol löst Flashbacks aus, die mich zurück in den Körper eines wehrlosen Kindes versetzen und mich unheimlich verletzlich machen. Es schlaucht mich mich anderen erklären zu müssen, weil es in der heutigen Gesellschaft für alle quasi normal ist Alkohol zu konsumieren. Ich habe lange Zeit meines Lebens den Konsum akzeptieren müssen, ohne auch nur irgendetwas dagegen tun zu können. Mittlerweile bin ich erwachsen, weiß was und vor allem was ich nicht will. Mir daraus einen Vorwurf zu machen, ist gewiss nicht fair. Ich verlange von niemanden mehr den Konsum zu unterlassen wenn er Kontakt mit mir haben will, denn ich habe mittlerweile begriffen, dass es nicht der richtige Weg ist. Ich akzeptiere stattdessen, dass andere Menschen andere Meinungen vertreten und zieh meine Konsequenz daraus, schließlich kann jeder Mensch tun und lassen was er möchte!

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Perspektivlos, weil ich nicht der Norm entspreche?

Auch gut sind Aussagen die meinen Beruf betreffen und die alle samt irgendwie negativ sind. Es gibt wenige Menschen in meinem näheren Umfeld die von Herzen daran glauben was ich tue und noch wenigere die überhaupt detailliert Bescheid wissen. Wenn ich erzähle, dass ich Bloggerin und eine Art Webshopbetreiberin (wenn auch noch ohne professionellen Shop) bin, dann ist das Gelächter groß. Erst letzten durfte ich mir nach dieser Erklärung anhören, dass mein Beruf perspektivlos ist. Aber wisst ihr was? Ich mag (noch) nicht gut davon leben können, aber ich komm über die Runden. Ich reiß mir den Arsch für meinen Traum auf, bin einzig und allein verantwortlich für das was ich tue und muss mich nicht ‘nem blöden Chef unterwerfen, weil ich mein Eigener bin. Und weil ich rein finanziell noch nicht davon leben kann, habe ich noch eine Art Teilzeitbeschäftigung im Unternehmen meiner Mama, die neben ihrer Vollzeitstelle vor mehreren Jahren ein Gewerbe angemeldet hat. Es gilt also, was immer gilt: Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal die Fresse halten!

Noch viel nervender aber ist die Tatsache, dass eben diese Menschen oft ihre Aussagen als vermeintliche Sorgen verpacken. Es gibt ganz einfach keinen Grund sich zu sorgen, nur weil ich keine abgeschlossene Ausbildung habe und in meiner Selbstständigkeit arbeite. Ihr mögt mich eventuell spätestens jetzt für naiv halten, aber ich bin viel eher stur. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das durch. Auch wenn das bedeutet, dass ich diesen Weg mehr oder weniger alleine gehen muss, mich ausschließlich auf mich selbst verlassen kann und gelegentlich unter Tränen zusammenbreche, wenn ich in den Spiegel schau. Solange ich an mich und mein Können glaube, und das tue ich die meiste Zeit, können die “Ratgeber” mir gar nichts. Und für die Tage an denen ich im Meer der Selbstzweifel zu ertrinken drohe, habe ich noch immer mindestens einen Menschen an meiner Seite, der für mich mit an mich glaubt.

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Es ist mein Weg!

Ich habe diesen Weg für mich gewählt und ich hab mein Ziel fest im Blick. Ich werde diesen Weg gehen, auch wenn die zu erklimmenden Stufen auf dem Weg zum Erfolg wacklig sind und plötzlich abermals nachgeben könnten. Denn dann werde ich auf die Fresse fallen, den Schmerz spüren, weinen, kurz Luft holen, einfach liegen bleiben, mir eine Pause von allem gönnen, wieder zu mir finden und schlussendlich wieder aufstehen. Weil ich es so möchte und weil ich weiß, dass dieser Kampf sich irgendwann auszahlt.

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3 Gedankengänge

  • Antworten Ulrike 24. Juni 2016 um 11:59

    Weise Menschen hören Ratgebern erstmal wenigstens zu. Du musst nicht alles alleine machen und das Rad neu erfinden. Lass Dir helfen!
    Viel Erfolg weiterhin!
    LG
    Ulrike

    • Antworten Laura Lehmann 24. Juni 2016 um 12:04

      Liebe Ulrike, niemand spricht davon, dass ich das Rad neu erfinden will oder davon, dass ich mir das Gesülz nicht vorher anhöre, bevor’s mir auf den Zeiger geht. Wie wohl hätte ich diesen Artikel schreiben sollen, wenn ich den “Ratgebern” vorher nicht zugehört hätte? Ich glaube du hast die Hauptaussage dieses Beitrags leider nicht wirklich verstanden!

  • Antworten André 28. Juni 2016 um 22:43

    Ist doch in Ordnung.
    Wir sind keine Therapeuten und Maschinen, sondern Menschen.
    Wollen Menschen nur noch funktionieren, hilft ein Techniker. Der bastelt Dich schon zur Maschine.

    Aber warum solltest du auf schlechte Ratschläge hören?
    Meine besten Freunde wollen mir seit Jahren erklären, wie toll Drogen sind. Ja gut, viel Spaß mit eurem grünem Weltbild. Ich bin gerne nüchtern und arbeite mit dem Kopf.

    Tu, was du für richtig hälst Laura. Du ziehst dein Ding durch und die Leute hassen Dich dafür? Na dann machst du doch alles richtig. Du hast dein Zauberschloss und kannst da bleiben, solange du magst.

    Menschen sind auf Erfolge neidisch, dass zeigt sich in der Geschichte immer und immer wieder. Wer weiß denn heute noch, was eine Todsünde ist? Wahrscheinlich nur die Großelterngeneration, die es aufgegeben hat, die YOLO-Kids zu belehren. Alle Fehler die schon gemacht wurden, muss man immer hin nicht selbst tun – aber Erfahrung sollte man immer sammeln und versuchen, weiterzugeben. Nicht als Messerstich für verbrauchtes Vertrauen, sondern einfach als Ratschlag, der Dir irgendwann in einer gegebenen Situation vielleicht mal hilft. Für schlechte Ratschläge hab ich ein eigenes Notizbuch und irgendwann wird daraus eine nette Anekdote – die Leute werden das Buch so oder so lesen.

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