Wa(h)re Weihnacht

17. Dezember 2014 | Gedankenkarussell | 5 Gedankengänge

Die jährliche Heuchelei kann beginnen, „das Fest der Liebe” steht vor der Tür. Wie viele Menschen verbringen ihre Freizeit im Alltag mit Menschen die sie nicht leiden können? Ihr werdet mir sicher zustimmen, dass dies die Wenigsten tun. Zu Weihnachten hat sich plötzlich aber jeder lieb, alles ist Friedefreudeeierkuchen, der Feind wird zum Freund, natürlich nur um möglich viel Ware, sprich Geschenke abzusahnen. Was aber bedeutet wahre Weihnacht?

Für mich ist Weihnachten nicht mehr von großer Bedeutung, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass ich in einem Alter bin, an dem auch ich mir Gedanken um Geschenke machen muss. Ich empfinde das Weihnachtsfest als puren Stress und ganz gewiss nicht als Freude. Ich bin auf Wunsch eines Familienmitglieds dazu gezwungen meine Freizeit mit einem Menschen zu verbringen, der mich auf den Tod nicht ausstehen kann. Wie also soll ich die Zeit genießen und mich auf dieses zusammen hocken freuen? Außerdem mag ich den Gedanken nicht, dass an bestimmten Tagen im Jahr beschenkt wird. Warum kann man kleine Aufmerksamkeiten nicht an irgendeinem anderen Tag verschenken? Man könnte, aber die Wenigsten tun das. Warum muss es immer die neuste Konsole oder das gerade auf den Markt gekommene, überteuerte Smartphone für das gerade einmal maximal 10 jährige Kind sein? So kann man Materialismus auch verbreiten. Aber auch diese Medaille hat mehrere Seiten.

Wisst ihr was ich persönlich aber am Schlimmsten finde? Heutzutage beinhalten viele der selbstgemachten Adventskalender schon teure Geschenke, die ich nicht einmal bekommen hätte, wenn Ostern, Weihnachten und mein Geburtstag auf einem Tag fallen würden. Ich kann mir das Geheule vom Kind bildlich vorstellen, weil der Weihnachtswunsch vom Smartphone nicht erfüllt worden ist. Mich wundert das aber ehrlich gesagt nicht. Wie soll auch Geld für’s Weihnachtsgeschenk übrig bleiben, wenn schon mehrere hundert Euro in den Adventskalender fließen?

IMG_5986 [1]

Ein Weihnachtshasser bin ich aber trotz der oben genannten Punkte nicht, auch wenn es vielleicht so rüber kommt. Ich mag die Vorweihnachtszeit, weil es überall ganz hell leuchtet und die gebackenen Plätzchen besonders gut schmecken. Hin und wieder durchdringt das grelle Licht auch meine dunkle Seele und ich erfreu mich an dieser Zeit im Jahr. Das kommt allerdings ziemlich selten vor.

Für mich hat Weihnachten zwar keine große Bedeutung, aber ein Christbaum und ein wenig Dekoration darf trotzdem nicht fehlen. Dieses Jahr befinden sich meine handgefertigen Unikate am Baum, was mich einfach nur unheimlich stolz macht und mir auch in der für mich stressigen Zeit immer vor Augen führt, wofür ich Tag ein Tag aus kämpfe.

Natürlich möchte ich euch nicht die Freude auf Weihnachten nehmen, aber ich möchte, dass ihr ein wenig darüber nachdenkt. Genauso wie der Valentinstag ist auch die Weihnachtszeit meiner Meinung nach reine Marketingsache. Überall wird mit unschlagbaren Angeboten geworben, aber ist es nicht viel schöner, gerade an Tagen wie Weihnachten an andere und nicht an sich selbst zu denken? Um anderen eine Freude zu machen, bedarf es kein teures Geschenk, ehrlich gemeinte Worte in Briefform und selbstgebackene Plätzchen tun’s auch. Denkt mal drüber nach!

Der vorherige Beitrag Der nächste Beitrag

Vielleicht magst du auch diese BeitrÄge?

5 Gedankengänge

  • Antworten SchneiderHein 17. Dezember 2014 um 14:02

    Genauso sehen ich das auch. Aber wir schenken uns zu Weihnachten einfach Zeit. Und die Geschenke kommen nicht zu bestimmten Terminen, sondern dann, wenn es passt bzw. man gerade etwas entdeckt. Genauso fallen bei uns Geburtstagsgeschenke eigentlich aus – oder sie werden zumindest nicht unbedingt an dem Tag übergeben. Manches findet sich halt früher und manches wird später gefunden, und dann auf das Datum vor- oder zurückverschoben.
    Wenn man allerdings Kinder hat, wären die Kleinen sicherlich total enttäuscht, wenn der Weihnachtsmann oder was auch immer nur zu den anderen Kindern im Kindergarten oder zu dem Mitschülern in der Klasse kommt. Allerdings ist es wirklich schade, dass die Preise der Geschenke/ die Ansprüche inzwischen oftmals so verdorben sind.
    Doch muss ich gestehen, dass ich sogar schon Ende der 60er/Anfang der 70er einen recht üppig ausgestatteten Adventskalender hatte, der mir die Vorweihnachtszeit nicht nur versüßt hat. Und der ist mir noch immer in lieber guter Erinnerung geblieben: http://wwwdekogeruempel.blogspot.de/2009/11/adventskalender.html
    So, wie auch die ganze Vorweihnachtszeit mit Plätzchenbacken, Basteln, Weihnachtsfigürchen aufstellen und Kerzenschein …
    VG Silke

  • Antworten Tashi 17. Dezember 2014 um 14:51

    Hallo meine Liebe,
    ich muss dir bei vielen Dingen zustimmen. Weihnachten verliert von Jahr zu Jahr mehr an bedeutung. Leider muss ich hier sagen. Ich mag weihnachten sehr, das haus gemütlich dekoriert, der Tannenbaum leuchtet und man sitzt gemütlich beisammen. Ich persönlich wünsche mit nie etwas zu Weihnachten und verschenken tue ich gerne selbst gemachtes oder etwas mit Bedeutung. Man muss nicht viel Geld aufgeben, kleinigkeiten bringen meist die größte Freude.

    ich wünsche dir trotz allem ein schönes Fest 🙂
    Liebe Grüße Tashi

  • Antworten Aillbe 18. Dezember 2014 um 10:28

    Ich verstehe vollkommen, warum dich das alles so nervt. Geht mir genau so. Bei mir in der Familie ist es zwar nicht so schlimm, aber ich kenne genug Menschen, bei denen das oben von dir beschriebene sehr gut zutrifft. Das stimmt mich jedes Jahr wieder traurig. Ich bin der Ansicht, dass der eigentliche Sinn von Weihnachten mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Es geht ums Schenken, aber nicht irgendwas, sondern bitte das Beste, Tollste, Teuerste… Dass es auch ein Geschenk ist Zeit mit der Familie und/oder geliebten Menschen zu verbringen, für die man sonst vielleicht nicht so viel Zeit hat, vergessen leider viele.
    Ich habe vor kurzem einen geliebten Menschen verloren, bei uns ist Weihnachten dieses Jahr ganz anders als sonst. Es ging bei uns nie um die teuren Geschenke, aber mehr denn je merke ich, dass mir die Zeit mit den Menschen die ich liebe viel wichtiger ist als alles andere. Aber dazu brauche ich auch kein Weihnachten, diese Zeit sollte man sich immer nehmen.
    Ich wünsche dir dennoch ein schönes Weihnachtsfest und hoffe, dass du es mit Menschen verbringen kannst, die du liebst.

    LG
    Aillbe

  • Antworten Akosua 20. Dezember 2014 um 14:59

    Da muss ich dir zustimmen. Irgendwie verliert Weihnachten mehr und mehr seinen ursprünglichen Sinn, da es immer mehr darum geht, das teuerste und tollste Geschenk zu bekommen. Da fragt man sich wirklich, ob das notwendig ist. Bei uns fanden sich im Adventskalender früher immer Kleinigkeiten, was bis heute so geblieben ist (ich muss zugeben, dass ich mit fast 30 immer noch darauf bestehe, einen Kalender zu bekommen 😉 ). Diese überteuerten Kalender konnte ich noch nie leiden und finde es absolut übertrieben. Was das “Friede, Freude, Eierkuchen- alle haben sich lieb” zu Weihnachten angeht- ich kann es auch nicht sonderlich leiden. Wenn doch klar ist, dass man sich nicht riechen kann, dann ist es eben so- warum dann zu Weihnachten etwas vorgaukeln?!
    Mit den Lichtern, der Weihnachtsmarktstimmung, dem Geruch nach Lebkuchen, Kardamon oder Mandarinen, finde ich die Adventszeit aber dann doch ganz schön- genau wie deine Weihnachtsbaumanhänger. Ich würde glaube ich verzweifeln, müsste ich sowas selbst machen.

    Liebe Grüße,
    Akosua

  • Antworten Zeppinger 25. Dezember 2014 um 4:46

    Hallo Laura,

    im Großen und Ganzen kann ich dir zustimmen 🙂 Mir ist dieses Jahr zum ersten Mal wirklich bewusst geworden, dass ich gar nicht der Weihnachtsmensch bin, der ich früher dachte zu sein. Vielleicht war ich es auch bin es jetzt nur nicht mehr. Vielmehr bin ich ein Vorweihnachtswichtel. Kekse backen macht mir einfach unheimlich Spaß und jemanden eine Freude damit zu machen wenn ich sie verschenke.

    In meinem Blog habe ich schon vor ein paar Tagen geschrieben, dass es von mir keine Weihnachtsgeschenke gibt. Einige Menschen haben selbstgebackene Kekse bekommen und selbstgekochte Marmelade 🙂 Drei Pärchen haben bereits Ende November jeweils zusammen einen dieser überteuerten Adventskalender bekommen und das ist der Punkt an dem ich dir widerspreche, denn auch wenn die Füllung vielleicht unnötig überteuert ist, so finde ich es doch toll so viele kleine Geschenke zu machen und zu bekommen. Vor allem steckt dann so viel Energie, Kreativität und Persönlichkeit darin. Selten haben sich von mir Beschenkte Menschen so sehr gefreut wie über diese Kalender.

    Zu Weihnachten selbst verschenke ich jetzt nichts mehr, denn ich kann mich noch daran erinnern, auf welche Organisation dieses Fest zurück geht und ich bin bereits vor Jahren ausgetreten. Ich habe ausser Tradition keinen Bezug mehr dazu und nur weil ich konsumieren soll konsumiere ich nicht. Dennoch habe ich mich entschieden einigen Menschen ein Jahres-End-Geschenk zu machen, denn sie haben es sich hart verdient.

    Genug moralisches Geschwafel um Geschenke und Co.: Ich wünsche dir, dass du trotz unliebsamen Besuch, etwas Zeit für dich findest und die Feiertage noch etwas genießen kannst.

  • Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: