Sei du selbst, mit all’ deinen Ecken und Kanten

16. Juli 2014 | Selbstfindung | 7 Gedankengänge

Vor mittlerweile über zwei Monaten veröffentlichte ich mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube den Post „Die tägliche Routine”. Auch wenn der heutige Post etwas länger auf sich warten ließ, müsst ihr euch eins im Klaren sein: Gerade solche Themen sind mit Vorsicht zu genießen und brauchen einiges an Vorbereitungszeit. Lange hab ich überlegt welche Worte die Passenden sind und diverse Anfänge wurden verworfen. Jetzt ist es aber endlich soweit, der Beitrag ist veröffentlicht und das mulmige Gefühl in der Magengrube ist der bittere Nachgeschmack. Wer nicht wagt der nicht gewinnt und wenn ich nur einer Person helfen und ein gutes Gefühl vermitteln kann, dann hat sich das mulmige Gefühl gelohnt! So here we go … Vorab: Das Wichtigste für jeden von uns sollte sein, wieder aufzustehen wenn man hinfällt. Es kommt nämlich gewiss nicht darauf an, wie oft man im Leben auf die Nase fällt. Es kommt nur darauf an wie oft man wieder aufsteht! Und um mich selbst diesbezüglich zu motivieren, sag ich mir immer:

Fall down seven Times, stand up eight!

Klar es ist leichter gesagt als getan, das weiß ich selbst. Aber nichts kann so schlimm sein, dass man nicht wieder auf die Beine kommt. Neuer Tag, neues Glück. Und ja, ihr lest richtig! Das sage ich, der Pessimist schlecht hin! Viele Wege führen nach Rom, finde deinen so wie ich meinen gefunden habe. Manchmal im Leben gibt es Tiefpunkte und immer wenn man denkt „Schlimmer geht nicht mehr” wird man direkt wieder enttäuscht. Ich weiß das alles und vermutlich habe ich deswegen mit der Selbstverletzung angefangen, welche momentan mein Leben wieder regiert. Ich kämpfe jeden Tag gegen mich selbst und dafür zu leben. Jeder Betroffene tut das auf seine eigene Art und Weise, das sollte sich jeder vor Augen führen. Ich will selbstverletzendes Verhalten in keinem Fall gut heißen! Ich möchte lediglich, dass mal darüber nachgedacht wird, wie es wohl in „uns”aussieht.Zwei Monate in einer Kinder & Jugendpsychiatrie haben mich 2009 wertvolle Zeit gekostet. Gebracht hat mir das Ganze wenig. Sogar dort hab ich mich verletzt, dort sogar noch schlimmer als daheim. Die ambulante Therapie, davor brachte noch weniger. Solange ich dort mit der Psychologin im Gespräch war, war alles gut. Sobald ich den Raum verlassen habe, waren alle bösen Gedanken im doppelten Ausmaß wieder da. Ich kann für mich selbst sagen, dass mir eine Therapie nichts bringt! Das kann ich aber auch nur, weil ich es zumindest versucht habe! Und dennoch weiß ich, dass es Betroffene gibt denen eine Therapie geholfen hat. Keiner kommt aus so einem Loch alleine raus, auch ich nicht. Wenn es euch nicht gut geht, dann lenkt euch ab, fresst nicht alles in euch hinein. Es reicht, dass ich diesen Fehler immer wieder mache, auch wenn ich weiß, dass es der falsche Weg ist. Ihr müsst euch nicht dafür schämen, dass es euch nicht gut geht! Vertraut euch jemandem an. Sei es der besten Freundin, der Mama, dem Vertrauenslehrer oder direkt einem Psychologen! Sucht euch Hilfe! Jeder Mensch ist anders, aber ihn deswegen zu haten ist in keinem Fall richtig! Niemand muss sich für das schämen was er denkt, sagt oder tut. Niemand muss sich rechtfertigen! Steht zu dem was ihr seid und was euch ausmacht, verkrieche euch nicht! Seht eure Narben nicht als Belastung, seid stolz darauf immer noch hier zu sein! In vielen Dingen gibt es eine zweite Chance, aber das Leben wird jedem von uns nur einmal geschenkt!>

Der vorherige Beitrag Der nächste Beitrag

Vielleicht magst du auch diese BeitrÄge?

7 Gedankengänge

  • Antworten Ulrike Hecker 16. Juli 2014 um 10:11

    Liebe Laura,

    es ist sehr beeindruckend, was Du hier schreibst! Mach weiter so!
    Beste Grüße
    Ulrike

    • Antworten Laura Lehmann 10. August 2014 um 20:09

      Hallo Ulrike, ich danke dir von Herzen. Hab einen schönen Tag. <3

  • Antworten Honey 17. Juli 2014 um 20:43

    richtig schön geschrieben.

  • Antworten Nicole 10. August 2014 um 7:52

    Hi Laura,
    hast Du toll geschrieben & vorallem sehr erlich.
    Hast Du schonmal nachgedacht das Du evtl nicht den richtigen Zeitpunkt erwischt hattest oder evtl nicht den richtigen Psychologen? Vielleicht wuerde Dir ja eine andere Therapie helfen? Es gibt ja soviele verschiedene Formen an Therapien und auch leider mehr schlechte wie gute Psychater!

    LG Nicole
    alles gute

    • Antworten Laura Lehmann 10. August 2014 um 20:25

      Liebe Nicole, erst einmal vielen lieben Dank für deinen Kommentar und das Kompliment!

      Nachgedacht darüber, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war, habe ich mehr wie einmal. Doch ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es einen besseren Zeitpunkt nicht hätte geben können. Ich hab intensiv mit dem Gedanken gespielt, mir das Leben zu nehmen. Wenn ich nicht zu diesem Zeitpunkt hätte handeln sollen, wann dann? Bevor ich in die Klinik bin, habe ich monatelang eine ambulante Therapie durchgezogen, bei der zumindest zu dem Zeitraum wo ich in dem Behandlungszimmer saß, alles gut war. Als ich selbiges aber verlassen habe, ging’s mir allerdings häufig noch schlechter. Hat ja schon ein bisschen was von Outing, wenn du verstehst was ich meine. Ich glaube in dem Fall nicht, dass es an der Therapeutin lag. Die war toll … Was genau meinst du mit anderer Therapie? Wie im Post selbst erwähnt, habe ich sowohl eine ambulante, als auch eine stationäre Therapie durchgezogen. Beides hat nur mäßig geholfen. In der Klinik gab’s dann mehrere „Therapieformen“. Ich hab mich sowohl der Mal-, als auch der Pferdetherapie angeschlossen. Letzteres hat mir in der Form geholfen, dass ich wieder lernen konnte, mich fallen zu lassen und so hab ich neue Hoffnung schöpfen können. Die Maltherapie habe ich zuhause beibehalten. Wenn es wieder ganz chaotisch in mir aussieht, dann findet man auf dem Blatt zwar nur Wirrwarr vor, aber es hilft mir irgendwie Erlebtes zu verarbeiten.

      • Antworten Nicole 10. August 2014 um 21:55

        Ja, genau ich meinte die verschiedene “Therapieformen” 😉 hab mich etwas ungluecklich ausgedrueckt

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: