Doktor Google

11. Juni 2017 | Gedankenkarussell | 4 Gedankengänge

Der Zahnarzttermin ist vier Tage her, das Vorstellungsgespärch des Lieblingsmannes drei. Beides war anstrengend, und bedurfte anschließend Erholung, die ich mir theoretisch spätestens gestern verdient hätte, nachdem auch vorgestern seelisch ‘ne Katastrophe war. Aber nö. Ich googelte gestern nach möglichen Ursachen für meine Verdauungsschwierigkeiten, mit denen ich, wenn ich’s mir recht überlege, schon locker ‘nen halbes Jahr zu kämpfen habe, und leide laut Doktor Google entweder an einer Laktoseintoleranz, oder hab Darmkrebs. Stop mal. Kommt nicht irgendwie immer Krebs raus, wenn man nach Symptomen googelt? –Mein grundloser, rapider Gewichtsverlust spräche zwar dafür, aber mal im Ernst. Wenn’s nach Google geht, hab ich seit Jahren jegliche Art von Krebs.– Und nein, natürlich möchte ich mich nicht über diese Krankheit lustig machen. Ich möchte nur, dass verstanden wird, dass man laut Google ohnehin in den nächsten 5 Tagen krepieren wird. – Lacht nicht, so überspitzt gesagt war’s jetzt gar nicht. Jedenfalls weiß ich jetzt auch nicht. Trotz meines Hypochonder Daseins hab ich weiter gegoogelt, und herausgefunden, dass sich eine Laktoseintoleranz im Normalfall erst im Laufe des Lebens entwickelt. Beziehungsweise der Lieblingsmann hat das herausgefunden. Er hat nämlich weiter gegoogelt, als ich von den ganzen Möglichkeiten, Laktoseintoleranz festzustellen, überfordert war. Und da ich gerade eh […]

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Ich muss mal gerade …

9. Juni 2017 | Allgemein | Sag mir, was du denkst!

Luft rauslassen. Mir Luft machen. Menschen sind hohl, der Großteil der Menschen ist das. Und auf Social Media Kanälen, sind Menschen gefühlt noch viel hohler. Der Lieblingsmann und ich haben uns gerade köstlich über eine Userin auf Instagram amüsiert, die vor drei Tagen auf einen Kommentar von mir reagiert, den dann aber wieder gelöscht hat. Ich hab die Benachrichtigung aber trotzdem bekommen, vorbeigeschaut, und anschließend nachgefragt, weil es ja durchaus vorkommen kann, dass man versehentlich einen Kommentar löscht. Ihre Reaktion war dann in etwa Ja, es gab ‘nen Kommentar. Hab ich dann aber gelöscht, weil ich den umformulieren wollte, und hab bislang keine Zeit gefunden. Alleine das ist schon ‘ne ziemlich amüsante Aussage, wenn man bedenkt, dass ja offenbar auch die Zeit da war, um mir mitzuteilen, dass man bislang keine Zeit gefunden hätte. Dieses Szenario ist nun 3 Tage her. Weil mir Austausch nun mal am Herzen liegt, und ich durchaus gerne eine Antwort erhalten wollen würde, wenn ich mir schon die Mühe mache, zu kommentieren, hab ich vorhin nochmal nachgefragt, ob sie es einfach vergessen hat, und ihr mitgeteilt, dass es irgendwo durchaus amüsant ist. Und diese reagierte mit einem Kommentar,  in dem sie fragte, was daran denn amüsant wäre, […]

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Stolz macht, was Überwindung kostet

7. Juni 2017 | Gedankenkarussell | 2 Gedankengänge

Nach dem Zahnarzt ist vor dem Einwohnermeldeamt, und vor dem Einwohnermeldeamt ist ein Zwischenstop beim Bäcker, wo zufälligerweise hübsche Blümchen blühen, damit ich mein wohlverdientes Schokocroissant schnabulieren kann, und zwar genau jetzt, während ich diesen Text schreibe. Mittlerweile bin ich wieder zuhause, und kann voller Stolz sagen: Wurzelbehandlung abgeschlossen. Und ich kann voller Scham sagen: Schiebt Ärztetermine nicht auf, ihr macht die Situation nur schlimmer. Wäre ich mit meinem abgebrochenen Zahn direkt Ende letzten Jahres zum Zahnarzt gegangen, nämlich dann, als es passiert ist, wäre mir die Wurzelbehandlung vermutlich erspart geblieben. Dann hätte ich während der vorletzten Sitzung nicht so arg gezittert, dass ich drei Tage danach fiesen Muskelkater in den Waden hatte. Aber vielleicht ist das eine Erfahrung, die man gemacht haben muss, um zu begreifen, dass Ärzte eigentlich auch nur Menschen sind, die helfen wollen. Menschen, bei denen ein Besuch nie angenehm ist, und die zwar kurzzeitig Schmerzen verursachen könnten, aber die in erster Linie Ärzte sind, um diese zu nehmen. Und das sag ich beim besten Willen nicht, um euch zu bevormunden. Ich sag, beziehungsweise schreibe es viel mehr, um es selbst zu verinnerlichen. Um mich nicht nur für den Moment daran zu erinnern, dass dem so […]

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