Ich würde gerne …

12. November 2016 | Gedankenkarussell | 2 Gedankengänge

… vieles, aber in erster Linie zu mir selbst finden. Wo steh ich, wo will ich hin? In der großen Welt der Blogger findet etwas statt, was ich nicht mag; Schubladendenken. Ich hab das Gefühl, jeder fährt eine bestimmte Schiene, jeder, aber ich nicht. Ich bin weder Beauty-, noch Fashionblogger. Bis auf ein bisschen Puder, gelegentlich ein Lippenstift und äußerst selten Mascara, kommt mir nichts ins Gesicht. Ich bin äußerlich am liebsten ich. Das Ich ohne aufgemaltes Lachen, das Ich hinter der Fassade, welches viel zu viele Menschen mit Make-up verdecken. Mich interessiert nicht, was du oder du, ja auch du, beim Gassi gehen mit deinem Hund anhattest, oder als du ins Restaurant, auf eine Hochzeit oder ins Kino gegangen bist. Ich lese derartige Artikel nicht, warum also sollte ich selbst welche schreiben, vor der Kamera mit Fernauslöser in der Hand posieren?

Ich hab eine Zeit lang gerne gebacken und dir die Rezepte vorgestellt, ich hatte Freude daran zu basteln und dir in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zu erklären, wie du mein Werk nachbasteln kannst. Dennoch bin ich weder Food, noch DIY-Blogger. Was bin ich dann, Lifestyleblogger? Bestimmt nicht, meine Kodderschnauze verbietet es mir, zu allem “Ja” und “Amen” zu sagen. Bin ich Reiseblogger, weil das Leben, mein Leben, eine ständige Reise ist?  Vielleicht. Aber ich bin mehr als nur backen, nur basteln, nur zeichnen. Ich bin laut, leise, kreativ, launisch, depressiv, hochsensibel, verzweifelt. Ich bin Sonnenschein und Regen, ich hab gute, ich hab schlechte Tage. Ich bin Stillstand, ich bin Fortbewegung. Ich bin ich, aber wen interessiert es, wer ich bin, was ich mache, sage, denke, fühle? 

Ich bin eine Ansammlung von Erfahrung, ebenso wie das Leben eine Ansammlung von Lektionen ist, die sich solange wiederholen, bis wir sie endlich verstanden haben. Ich bin Kämpferin, und doch in manchen Momenten schwach. Ich bin ein Mensch, hab Gefühle auf denen viel zu oft rumgetrampelt wurde. Ich bin Regen-, Katzen-, und Blumenliebhaberin und doch ist mein Tag eher schwarz als weiß. Es gibt sie, diese Farbtupfer, aber sie sind selten. Diese Farbtupfer sind Momente, die mich kurzzeitig vergessen lassen, dass über mir ‘ne schwarze Wolke schwebt. Hervorgerufen von situationsbedingter Freude, verdanke ich diese Farbtupfer Mensch und Tier, dem Wetter, Worten. Diese Farbtupfer sind wertvoll und ich weiß, dass sie vielleicht nie Überhand nehmen werden, aber sie dennoch wiederkommen, wenn ich nur genau hinschaue.


Auf Pixeldetail gab es den Oktober über keinen einzigen Beitrag, was nicht zuletzt daran lag, dass ich wieder einmal nicht wusste, in welche Schublade ich mich und Pixeldetail einzuordnen habe. Natürlich finde ich Schubladendenken in jeder erdenklichen Lebenslage beschissen, aber dennoch sortiere auch ich alles mögliche (unter anderem Blogs, Shops, Serien, Menschen, Verhaltensweisen) in Schubladen ein. Ich habe eine so gefestigte Meinung zu allen möglichen Dingen, dass ich in erster Linie straight meinem Weg und meinen Gedanken folge, anstatt ein wenig zu pausieren und mich umzusehen. Vielleicht ist das keine gute Eigenschaft, aber es lebt sich tatsächlich gut damit zu wissen, wer man ist, was man will oder auch nicht.

Ich kann nur wiederholen, was ich mir selbst immer wieder ins Gedächtnis rufen muss: Bleib dir selbst treu. Vielleicht bedeutet das, dass deine Worte von einigen Menschen gelesen, aber nur von wenigen Menschen wirklich verstanden werden. Vielleicht bedeutet es auch, dass du Beiträge veröffentlichst, in dem du nur ein einziges Bild, oder sogar keines, eingebunden hast. Ich verrate dir etwas: Es ist ok, du bist ok. Du musst nicht mit der riesigen Truppe mithalten die vorläuft, finde dein Tempo. Wenn das bedeutet, dass du als letztes ins Ziel kommst, dann ist das einfach so. Die Hauptsache ist doch, dass du deinen Weg gehst, trotz Hürden weitermachst und irgendwann im Ziel ankommst. Gib dich nicht auf.

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2 Gedankengänge

  • Antworten Jela 16. November 2016 um 19:00

    Ein sehr schöner Text. Mag deine Art zu Schreiben einfach gerne lesen. 🙂

    • Antworten Laura Lehmann 16. November 2016 um 19:31

      Meine Liebe, hab vielen Dank für deine Worte, es freut mich wahnsinnig, dass dir meine Art zu schreiben so gut gefällt.

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