Followerzahlen, Kooperationen und Affiliate Links

11. Juli 2016 | Gedankenkarussell | 2 Gedankengänge

Jede Woche auf’s Neue versuche ich Content zu bringen der euch anspricht, zum Nachdenken anregt oder inspiriert und doch hab ich Schwierigkeiten, in der großen Bloggerwelt Fuß zu fassen. Wenn man sich meine Statistik mal anschaut, dann gehöre ich in der Sprache von potentiellen Kooperationsfirmen zu den “kleinen Bloggern” und doch sehe ich das alles ein wenig anders und muss dringend unter anderem diesbezüglich mal meine Gedanken loswerden – ihr wisst schon, die Kodderschnauze kann ihren Mund nicht halten.

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Followerzahlen, das Nonplusultra

Blogger die ihr Schreiben ausschließlich als Hobby und nicht als eine Art Berufung sehen, werden mir zustimmen, dass es ihnen relativ egal ist wie viele Firmen auf sie zukommen. Es ist viel mehr ein netter Nebeneffekt etwas zugeschickt zu bekommen oder gar für Linksetzung bezahlt zu werden. Anders sieht das Ganze aus, wenn man daran interessiert ist, mit dem Blog Geld zu verdienen und sich dazu entschließt mitunter dafür ein Gewerbe anzumelden.

Es gibt leider viele schwarze Schafe, die der Meinung sind wir Blogger seien eine “günstige Werbefläche” und weil dem tatsächlich so ist, nutzen sie ihr vermeintliches Wissen aus. Ich habe mich letzten Donnerstag aufgrund ihrer Snapchatstory mit Johanna von Hannifuchs ausgetauscht und war unheimlich wütend, weil sich Firma XY über die sie da sprach, das Recht rausgenommen hat nur mit Bloggern zu kooperieren, die 10.000 Follower oder mehr auf Instagram haben. Die Situation war folgende und ich dankbar, dass Johanna mir die Erlaubnis erteilt hat, sie als Beispiel zu verwenden.

Es war Johanna die von der Firma angeschrieben wurde und als sie ihnen ihr Media Kit zuschickte, waren sie abgeneigt. Ihre 2559 Follower seien zu wenig, als das die Firma sich auf eine Kooperation einlassen würde. Mir stellte sich an dieser Stelle die Frage, ob Firma XY sich überhaupt mal über Hannifuchs und die Person dahinter informiert hat, aber der Ablauf der Situation als solche spricht wohl Bände. Des Weiteren sollte jedem klar sein, dass 2559 Follower und durchschnittlich 200 Likes mehr wert sind, als Accounts mit 10.000 Followern, von denen mindestens 9.000 gekaufte Ghostfollower sind, oder? Weit gefehlt, denn nicht nur Firmen legen unheimlich viel Wert auf solche Zahlen. Auch diverse User auf Instagram selbst, sehen die Followerzahl als Statussymbol. Hast du viele, bist du was – hast du wenige, ist dein Content schlecht oder so ähnlich, ich werde es nie verstehen.

Scheißt doch mal auf die Zahlen, was sagen die schon?

Und wenn wir schon mal dabei sind, möchte ich meine aktuelle Meinung zu Instagram generell mal loswerden. Kennt ihr diese Fitness bekloppten Menschen, die mindestens zweimal die Woche auf die Waage steigen, Kalorien zählen und der Meinung sind, sich deswegen gesund zu ernähern? Mit dem Gang auf die Waage setzten sich derartige Menschen unter Druck, und Druck ist nie gesund! Es beeinflusst ihr Denken, Handeln und Tun und sie schränken sich selbst ein. Scheißt doch mal auf die Zahl, die auf der Waage, oder aber oben in eurem Profil steht. Sie macht euch weder zu einem besseren, noch zu einem schlechteren Menschen. Und weil dem so ist, werde ich mich in naher Zukunft mal daran machen, meine inaktiven Follower auf Instagram auszusortieren. Dann steht in meinem Profil vielleicht keine 380 mehr, sondern nur noch ‘ne 250, aber wen interessiert das schon? Lieber habe ich mein Wohnzimmer voll Menschen, mit denen ein Austausch stattfindet, als es unnötig mit Personen zu füllen, die sich unter keinen Umständen zu Wort melden, so als hätten sie keine eigene Meinung. Geister sind unsichtbar, aber sie sind da und nehmen kostbaren Raum, der sinnvoller genutzt werden könnte. Mit Menschen die eine Seele haben, ihre Meinung vertreten, aufmunternde Worte in schwierigen Situationen übrig haben und die ohne es zu wissen eines tun: Kraft schenken!

Ebenso unnötig wie die Followerzahl ist meines Erachtens nach übrigens auch, das Setzen von drölftausend Hashtags. Schreibt doch lieber Dinge die Mehrwert bieten und die eure Sichtweise verdeutlichen. Worte sind etwas wunderbares, das viel zu viele unterschätzen. Netter Nebeneffekt: Ihr kommt annährend an die Bezeichnung Blogger ran, die ihr gerne für euren Hashtag-Emoji-Quatsch verwendet.

Meine liebsten Kooperationen und Affiliate Links

Mein Gang zur Stadt ist mehr als ein Jahr her und ebenso weit zurück liegt mein letzte und bislang erste bezahlte Linksetzung. Natürlich könnte ich Firma XY anschreiben und anfragen, ob Interesse an einer Kooperation besteht, aber ich tue es nicht. So gerne ich auch Kooperationen habe, in denen ich ausschließlich etwas zugeschickt bekomme, so muss ich sagen, dass ich vom zugesandten Produkt meine Stromkosten nicht bezahlen kann, da kann es noch so schön sein. Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass ich mittlerweile viel eher an Kooperationen interessiert bin, bei der ich Geld für eine Linksetzung bekomme, aber das ist gar nicht so einfach. Ich persönlich fühl mich unwohl, wenn ich diesbezüglich auf eine Firma zugehe und sie mit meinen Bedingungen bombardiere –Kennzeichnung, no-follow Link, Transparenz gegenüber meiner Leser–, um schlussendlich einen Link zu setzen, für den ich bezahlt werde. Meiner Meinung nach sind es die Firmen, die bei einer derartigen Kooperation auf mich zukommen müssen. Es ist das kleinen Finger reichen, ganze Hand nehmen-Prinzip. Im Vergleich was die Firma in einem solchen Moment gibt, gebe ich relativ wenig zurück, wenn man den Link nur als Link und nicht die damit verbundenen Recherchen sieht.

Und weil dem so ist, habe ich mich am Wochenende dazu entschlossen, sämtliche Buchrezensionen die bislang online gegangen sind und die noch kommen werden, mit einem Affiliate Link zu versehen. Heißt im Klartext soviel, dass ich nebenbei ein wenig Geld verdiene, wenn ihr das Buch über meinen Link bestellt. Ihr bezahlt keinen Aufpreis, unterstützt mich ohne es beim Kauf in irgendeiner Form zu merken und ich kann mich seelenruhig wieder auf die Kooperationen mit Firmen konzentrieren, die daran interessiert sind mir Produkte zuzuschicken.

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2 Gedankengänge

  • Antworten Christine 16. Juli 2016 um 17:32

    Ich finde es generell auch schade, wenn Firmen immer nur auf die Followerzahlen schauen. Klar, sie versprechen sich etwas von solchen Kooperationen, aber manchmal frage ich mich was genau. Denn manch gesponserte Posts bei wirklich großen Blogs bekommen kaum Kommentare… zählen allein Besucherzahlen als Gewinn für die Firmen? Läge der nicht viel mehr darin, wenn Leser wirklich mit dem Blog interagieren würden? Oder das Produkt (oder was auch immer) auf Grund eines liebevoll gemachten Posts wirklich in Erinnerung bleibt? Meiner Meinung nach liefern gerade große Blogs meistens Schema F ab…

    • Antworten Laura Lehmann 18. Juli 2016 um 9:39

      Da bin ich ganz bei dir, liebe Christine. Ich verstehe ohnehin nicht, warum in so vielen Lebenslagen auf die Zahl geachtet wird und noch viel amüsanter finde ich, dass Firmen offenbar bestimmte Wunschkriterien haben, sich aber nicht auch nur annähernd über den Blog informieren.

      Ist ein anderes Thema, aber ich hatte schon ganz oft Anfragen im Postfach, die anfangs wirklich gut geklungen haben, aber schon im zweiten Absatz ‘nen gravierenden Fehler beinhalteten. In etwa so: “Wir sind auf deinen Blog Pixeldetails gestoßen und sind der Meinung, dass er total toll ist.” Ich meine, wenn man nicht einmal ‘nen Titel ablesen kann, dann sollte man gegebenenfalls nicht in einer solchen Position arbeiten, oder? Das verdeutlichte mir immer recht schnell, dass wenn überhaupt nur Oberflächlich recherchiert wurde und das find ich wahrlich traurig, wenn man bedenkt, dass wir Blogger je nach Artikel Stunden recherchieren müssen.

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