Fern ab von der Realität

25. Februar 2015 | Gedankenkarussell | 20 Gedankengänge

Das es immer Menschen geben wird, die fern ab von der Realität leben, ignorant sind und andere Menschen wegen ihres Seins verurteilen, das ist mir wohl klar. Aber diese Tatsache kann ich weder ignorieren, noch akzeptieren und ich möchte es auch nicht. Ich kämpfe nicht umsonst tagtäglich dafür, dass Depressionen und Selbstverletzung keine Tabuthemen mehr sind! Aus aktuellem Anlass und weil ich vor gut zwei Tagen wieder einmal den Glauben an die Menschheit verloren habe, verfasse ich voller Wut diesen Beitrag, weil ich anderen Betroffenen Mut machen möchte, sich trotz solcher Menschen in egal welcher Hinsicht zu outen! Die drei nachfolgenden Screenshots sind von links nach rechts zu lesen, in welchem Chat diese entstanden sind ist im Grunde nebensächlich.

Lovoo-Screens

Fakt ist, dass nicht nur ich als Borderlinerin sondern auch ganz normale Menschen, die lediglich das gleiche Geschlecht lieben, verbal auf’s übelste angegriffen wurden! Ich kann nicht fassen, dass es immer noch so beschränkte Menschen gibt, die offensichtlich in ihrer ganz eigenen Welt leben. Die richtige Reaktion meinerseits wäre es wohl gewesen, von Anfang an nicht weiter auf derart dummes Gelaber einzugehen und diesem Menschen weiters Futter zu geben, aber ich war so in Rage, dass mir das Schweigen nicht möglich war.

Mir ist es einfach wichtig diese Screens zu veröffentlichen, denn es handelt sich dabei nicht um die erste Reaktion dieser Art auf meine Erkrankung und da ich mir vorstellen kann, dass andere Betroffene mit ähnlichen Reaktionen deutlich mehr zu kämpfen haben muss ich mich einfach öffentlich dazu äußern. Ich kann nur soviel sagen, dass es trotz (oder vielleicht auch gerade wegen solcher Menschen) wichtig ist mit derartigen Erkrankungen offen umzugehen. Niemand und ich meine wirklich niemand muss sich für das schämen was er ist. Du bist eine Frau und findest sowohl Männer als auch Frauen anziehend? Du bist ein/e Mann/Frau und fühlst dich zu Gleichgeschlechtlichen hingezogen? SO WHAT! Liebe kennt keine Grenzen, also solltest du sie, als ganz wunderbare Person in dieser Hinsicht auch nicht kennen! Es ist egal wen oder was wir lieben, Hauptsache ist, dass wir überhaupt fähig sind derartiges zu empfinden!

All den Menschen die ähnlich wie Sebastian denken, kann ich nur raten, mir niemals über den Weg zu laufen, denn dann kann ich für nichts mehr garantieren! Allen anderen wünsche ich von Herzen den nötigen Mut zu dem zu stehen was sie sind, denn auch ihr seid ganz normalen Menschen, die einen respektvollen Umgang verdient haben. Vergesst nicht, nur gemeinsam sind wir stark!

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20 Gedankengänge

  • Antworten Jess 25. Februar 2015 um 11:36

    Der Typ hat doch nen schaden. Der soll mal selbst betroffen sein. Ich würde den jetzt ziemlich gerne beschimpfen. Der weiß doch gar nicht was es heißt … Grrrrrr wenn ich so was lese ……

  • Antworten EllisBell 25. Februar 2015 um 11:37

    Ich würde ja liebend gern Partei für dich ergreifen, psychische Störungen sind definitiv keine bloße “Krankheit” des 21. Jahrhunderts und entstehen nicht aus Langeweile und besonders Homosexualität ist etwas vollkommen natürliches, schon immer da gewesenes.
    Was mich stört an deinem Post ist dein “Wenn du so etwas nicht akzeptieren kannst gehörst du gesteinigt”
    Er sagt: “Homosexuelle/Psychisch Beeinträchtigte Menschen sollen brennen” und du willst offenbar auch nicht dass er lebt.
    Wie soll sich Toleranz überhaupt entwickeln, wenn beide Fronten sich so aggressiv verhalten? Meiner Meinung nach ist es die bessere Strategie mit sachlicher Argumentation zu kontern.
    So verhältst du dich keinen Deut besser als er. Du willst Toleranz, dann sei tolerant.
    Du behauptest jeder Mensch darf sein wie er ist und sollte mit Respekt behandelt werden, dann toleriere doch auch bitte den lieben Sebastian und respektiere ihn wie er ist, alles andere ist heuchlerische Doppelmoral, meiner Meinung nach.

    • Antworten Laura Lehmann 25. Februar 2015 um 12:17

      Du magst in gewisser Weise Recht haben, allerdings war es mir in der Situation nun wirklich nicht mehr möglich, ihn respektvoll zu behandeln und ihm gegenüber tolerant zu sein und wenn du mal ehrlich bist, dann wäre es auch dir schwer gefallen. Natürlich war es nicht richtig von Steinigung zu sprechen, es war allerdings auch eher sinnbildlich gemeint. Vielleicht hätte er nach einer Steinigung verstanden was wirklicher Schmerz bedeutet und er würde es nie mehr vergessen. Dann würde aus seinem Mund keine gequirlte Scheiße mehr kommen und er könnte einschätzen, was Borderliner/Depressive tagtäglich durch machen.

      Meine Reaktion war nichts weiter als menschlich und außerdem heißt es nicht umsonst „Was du nicht willst was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu”. Er muss sich also wirklich nicht wundern und mit Doppelmoral hat das in dieser Situation meines Erachtens nach so gar nichts zutun!

  • Antworten Stéphanie 25. Februar 2015 um 11:45

    Richtig so! Finde deinen Beitrag echt stark! Wie kann man nur so beschränkt sein…. Leider gibt es noch genug von der Sorte… Manchmal denke ich, wie kommen die Leute dazu so zu denken? Was haben die für kranke Gedankengänge… Ja du hast Recht, du hättest vielleicht aufhören müssen ihm weiter Futter zu liefern, aber da seh ich mich selber, wenn ich in Rage bin kann ich auch nicht anders als alles auszudiskutieren. Aber am Schluss musst du nur sagen: Es bringt nichts… Du kannst solche Menschen nicht mit deinen Worten umkrempeln… Die gehören therapiert, denn so Gedankengänge sind NICHT NORMAL!!! Mach weiter so wie du bist und sei weiterhin so ein tolles Vorbild! 🙂
    Liebst Grüsse
    Stéphie. ♥

  • Antworten Laura 25. Februar 2015 um 12:02

    also zunächst muss ich sagen, dass ich nicht glaube, dass er das anfangs angreifend oder provozierend gemeint hat, wieso du das ‘direkt so in den status haust’. merkwürdig ist es schon. ich meine, ich würde mich auch nirgendwo ‘vorstellen’ mit: ‘Hi, ich bin laura, 20 Jahre alt und ich habe krebs’. – wie sollen andere denn darauf reagieren? erstaunt sein? gar nichts sagen? sich dafür interessieren? ist das jetzt eine vorwarnung? klar, für dich gehört es zum leben dazu. andere sind wohlmöglich damit überfordert. wie gesagt, ich fände es auch komisch, weil ich damit nichts anzufangen wüsste, wieso man derartiges direkt irgendwo in irgendwelchen profilen platzieren muss. in selbsthilfeforen oder weiß der henker was, ist das bestimmt angebracht.. aber ich würde deswegen trotzdem niemanden verurteilen.
    was er sonst so von sich gibt, ist natürlich absoluter bullshit – wobei ich da auch schon eine ähnliche Diskussion mit einem freund hatte, der meinte, dass zb menschen in afrika definitiv schwerwiegendere probleme haben, als sich über depressionen und essstörungen gedanken zu machen.
    natürlich ist es nicht schön und natürlich kann ich verstehen, dass du dich ärgerst und natürlich sind 98% von dem, was sebastian da von sich gibt so schwachsinnig, das es kaum zu glauben ist. leben und leben lassen lautet die devise..

    • Antworten Laura Lehmann 25. Februar 2015 um 12:22

      Ich sollte dich vielleicht darüber aufklären, dass in dem besagten Status nichts weiter also „Borderlinerin, so what?” steht. Ich habe mit der Zeit gelernt mich nicht zu verstecken und offen mit dieser Erkrankung umzugehen. Ich finde es einfach fair, den Menschen von Anfang an reinen Wein einzuschenken, selbiges erwarte ich schließlich auch von meinem Gegenüber. Das es abschreckt mag vielleicht sein, aber auch das rechtfertigt in keinster Weise sein Verhalten.

      Das es vielen Menschen in Afrika beschissen geht steht außer Frage, allerdings ist dies für mich ein „Schwanzvergleich” auf nicht unbedingt ratsamer Ebene.

  • Antworten Julia 25. Februar 2015 um 12:44

    Liebe Laura,

    ich hoffe Du nimmst Dir die Kommentare nicht zu sehr zu Herzen. Erst einmal eine kleine Korrektur Deiner Aussage, jeder fünfte leidet an Depressionen, Frauen sind eher betroffen als Männer. Ich habe mir seine Argumente durchgelesen … sie sind nichts mehr als Schall und Rauch, von einer Person, die absolut keine Ahnung hat und zudem keine große Intelligenz noch Verständnis besitzt. Kurz, absoluter Schwachsinn! Ich finde es bewundernswert, dass Du zu Deiner Krankheit stehst und nur dann kann man an sich arbeiten. Es gibt viele Gründe für psychische Krankheiten, oft hat das mit den Hormonen zu tun. Wenn wieder einmal jemand Dich so angreift, ignoriere ihn, er ist es nicht wert, sich darüber aufzuregen. Die Psyche ist genauso verletzbar, wie unser Körper, oft leidet man viel länger darunter. Ein Beinbruch kann man sehen, wenn die Seele zerrissen oder zerbrochen ist, leider nicht. Ich hätte mich ja gerne mit diesem Typ geistig duelliert, aber das wäre nicht fair, denn er ist unbewaffnet 😉 Wünsche Dir viel Kraft und Liebe, Dich in dieser verrückten Welt zurecht zu finden.

    Liebe Grüße Julia

  • Antworten Tina 25. Februar 2015 um 13:12

    Die Würde des Menschen ist unantastbar!

    Schade, dass nicht jeder, der in diesem Land lebt auch nach dem 1. Paragraphen in unserem Grundgesetz handelt!

    Viele Grüße, Tina

  • Antworten Aileen 25. Februar 2015 um 14:46

    Ich finde es immer wieder sehr mutig, dass du über deine Krankheit sehr offen sprichst und auf jede erdenkliche Art und Weise damit offen umgehst. Bei Menschen wie Sebastian fehlt mir einfach jegliches Verständnis für sein Handeln, denn ich habe eine wirklich sehr offene, tolerante Art anderen Menschen gegenüber egal welcher ‘Zugehörigkeit’ & kann deshalb einfach nicht nachvollziehen wie solche Menschen wie er denken. Ich bin der gleichen Meinung wie du, das wir alle GLEICH sind und jedem Menschen ein respektvoller Umgang gilt. Ich denke, das aber vielleicht gerade Betroffene einer psychischen Krankheit oder Homosexuelle deine Wut gegenüber Sebastian ‘besser’ nach empfinden können, als jemand den diese Aussagen in keinster Weise betreffen. Nach wie vor ist es schwer sich mit einer psychischen Krankheit in dieser Welt zu etablieren, da es immer noch genug Menschen gibt, die meinen, ‘das wäre ja nur halb so schlimm und man solle sich nicht so anstellen’. Leider muss ich an dieser Stelle mal aussprechen, dass es sogar in meinem Freundes- und Bekanntenkreis Menschen gibt, die meine letzten 2 Jahre nicht nachvollziehen können und einfach nicht verstehen, was es bedeutet unter Depressionen zu leiden. Sie haben nie etwas negatives dazu gesagt, aber sie haben auch nie gefragt, sich erkundigt oder sich mal wirklich dafür interessiert was hinter einer psychischen Krankheit wie der Depression steckt.

    Deshalb finde ich es nach wie vor sehr sehr wichtig, dass über sowas gesprochen wird. Egal auf welche Art und Weise, denn wie du so schön geschrieben hast ‘Gemeinsam sind wir stark !’

    Alles Liebe,
    Aileen <3

  • Antworten Lena 25. Februar 2015 um 16:47

    Was?! Ich bin wirklich sprachlos! Entschuldige bitte diesen Satz aber er gehört in eine Kiste gesteckt wegen seiner Intoleranz! Menschen leiden zu Recht?! Ist ja schön, dass es ihm egal ist und dass er sich mit solchen Menschen nicht umgeben will (was ich durchaus nachvollziehen kann – mit jemandem befreundet zu sein, der Depressionen hat kann auf Dauer sehr anstrengend werden. Dafür ist nicht jeder Mensch gemacht.) aber solch eine Aussage ist niedrigerer als die unterste Schublade.
    Ich arbeite selber mit psychisch kranken Menschen zusammen und hatte in der Familie auch selber jemanden mit Depressionen und deswegen macht mich diese Sache richtig wütend! Ich würde gerne noch viel mehr dazu sagen aber mir fehlen die Worte. Ich kann meine Fassungslosigkeit einfach nicht in Worte fassen…

  • Antworten Ulrike 25. Februar 2015 um 19:35

    Menschen wie Sebastian möchten nur Beachtung und Aufmerksamkeit und die gibst du ihm – leider. Ignorieren braucht manchmal viel Kraft und diese Kraft wünsche ich Dir! Alles Gute – Ulrike

    • Antworten Laura Lehmann 26. Februar 2015 um 10:25

      Liebe Ulrike, du weißt, ich schätze deine Meinung sehr, aber auch hier muss ich dir widersprechen!

      Um sowas zu ignorieren bedarf es keine Kraft, sondern fehlenden Menschenverstand. Ob er nun wirklich nur Beachtung und Aufmerksamkeit wollte sei dahin gestellt, dementsprechend auch ob ich ihm diese gebe. Ich habe die Gründe der Veröffentlichung bereits oben genannt, denn mir war es einfach wichtig, solch ein Verhalten mit vernünftiger Erklärung publik zu machen. Es sind Menschen wie er, die andere daran hindern sie selbst zu sein und genau deswegen kann und will ich das nicht ignorieren, tut mir Leid!

  • Antworten Nessi 25. Februar 2015 um 20:07

    Also dieser Sebastian ist wohl einmal zu oft auf seinen Kopf gefallen.
    Burn Out haben wir hier stark in der Familie und es ist so schlimm,dass sogar das Gesicht zur Hälfte gelähmt ist. Wenn man sich das einbildet,dann ist das echt extrem…
    Aber ich finde ja der Junge hat (sorry) einen an der Waffel.

  • Antworten George 26. Februar 2015 um 13:36

    Dass es ignorante und intolerante Menschen auf unserem Planeten gibt ist sicherlich kein Geheimnis mehr. Es ist auch ein guter Ansatz Menschen diesbezüglich die Augen öffnen zu wollen, denn viele sind gar nicht in der Lage zu verstehen oder gar nachzuempfinden wie sich ihr Handeln auf andere Individuen auswirkt. Ich finde es aber ganz und gar nicht prickelnd, dass man sich hier einen bösen “Sebastian” herauspickt und diesen nun öffentlich enthaupten will. Das wird die Leser deines Artikels nicht erleuchten und auch nicht zur Vernunft bringen. Auch wird dadurch niemand toleranter als vorher. Im Gegenteil. Das weckt in uns allen nur den verborgenen Hass. Hass gegenüber Menschen wie der hier vorgeführten Figur “Sebastian”. Und sind wir mal ehrlich: den meisten Lesern geht im ersten Moment, während sie diesen Chat lesen, nur ein Gedanke durch den Kopf: was für ein armseliges Arschloch! Die Art & Weise wie du ihn von deinem Elfenbeinturm herab vorzuführen versuchst zeigt lediglich, dass sogar Menschen, die sich für tolerant halten, oftmals absolut das Gegenteil davon sind.

    Vielleicht widerspricht Toleranz der Natur des Menschen. Toleranz ist meines Erachtens auch nicht das was dem lieben Sebastian fehlt, sondern vielmehr Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen.

    Mir persönlich geht Toleranz am Arsch vorbei. Ich muss nicht jeden mögen und andere müssen mich nicht mögen – auch sind die Gründe hierfür jedem selbst überlassen. Aber bei einem Punkt sind wir uns sicherlich alle einig: kein Mensch darf, aus welchen Gründen auch immer, einem anderen Menschen psychisches oder physisches Leid zufügen.

    Gruß,
    G. Valentino

  • Antworten Bonnie 2. März 2015 um 22:11

    “Homosexual behavior was found in over 1.500 species. Homophobia in just one.”

    Kann deine Wut supergut nachvollziehen.
    Verstehe Null, wie man so denken kann? Wo kommt so was debiles nur her, solche Gedankenwelten und Ansichten. Ist echt schwer, sich als respektvolle Person in so was reinzuversetzen

    Lass dich nicht unterkriegen, liebe Laura!

  • Antworten Paul 6. März 2015 um 13:51

    Wie du selbst schon sagst: diese Themen sollte heutzutage keine Tabuthemen mehr sein. Es trifft immer mehr Leute und es kann jeden treffen.

    Für mich war mein Sport mein Leben. Aufgewachsen ohne Familie, fand ich in Kampfkünsten meinen Lebensinhalt. Der Sportunfall vor ca 12 Jahren brach mir nicht nur jeden einzelnen Knochen im Fuß, sondern auch mein psychisches Genick. Vor allem dann, als nach 9 Monaten Unfallchirurgie und Psychiatrie niemand mehr da war. Als ich “uncool” wurde, weil ich Ängste und Depressionen bekam.

    Ein falscher Schritt und alles ist vorbei. Das sollte dem guten Kerl mal bewußt werden. Es braucht nur eine – vermeindlich – kleine Veränderung im Leben, damit alles aus der Bahn gerät.

    Vor noch 12 Jahren war ich Restaurantfachmann, habe bis zu 15 Std am Tag gearbeitet. Ich habe in dieser Zeit Deutschland und Westeuropa bereist, spreche mehrere Sprachen und bin stolz auf meine Tattoos, die meinen kompletten Körper zieren. Ein ganz normaler, cooler Typ, der Spaß am Leben hatte. Heute bin ich für weite Teile der Öffentlichkeit der Hartzer, der sich nicht so anstellen solle. Jeder hat doch mal Angst im Leben.

    Das besonders erschreckende daran ist die Ignoranz. Ich bin seit Jahren sehr aktiv bei Instagram und durch meine sportlichen Interessen pflege ich seit Jahren sehr gute Kontakte zu lieben Menschen in den USA und Canada. Erzählt man dort über sein Leben, kommt die Frage “Are you okay?”… Ist es nicht traurig, dass ich diese Frage nie von einem Deutschen bekam, den ich Online kennenlernte? Dass alles stets nur angezweifelt wird? Die wirklich schlimmste Erfahrung, die ich da machen musste, war eine junge Mutter, mit der ich wochenlang flirtete. Als es dann allmählich Zeit wurde, sich persönlich zu treffen, kamen ihr Zweifel. Ich sei psychisch krank und sie müsse ihr Kind schützen.

    Allerdings könnte dieser Sebastian in die richtige Richtung gehen, wenn er das geistige Potential dazu hat. Denn immer mehr Menschen, die in ihrem Alltag überfordert sind, sprechen von Depressionen oder gar Burn Out. Es hat nicht jeder gleich ein Burn Out oder Depressionen, wenns mal schräg läuft und man durchhängt. Ich bin durch meinen Sportunfall und die darauffolgenden Einschränkungen durch Depressionen und Angstproblematik zu 80% schwerbeschädigt. Man bekommt nicht einfach so einen Schwerbehindertenausweis, wenn man sich doch nur anstellt.

    Als Robert Enke den Freitod wählte und Deutschland aufschrie, hatte ich Hoffnung. Heute aber frage ich mich “Wo ist Robert Enke heute?”. Wo ist der Aufschrei? Wo ist der Wille, dass man sich öffnen möchte?

    Ich bin Paul… ich bin kein Psycho, kein Hartzer und bei Gott keine faule Sau. Ich bin ein ganz normaler Kerl, der einfach nur ein wenig mehr Pech im Leben hatte, als viele andere Menschen. 😉

  • Antworten Kati 13. März 2015 um 21:50

    Wo stammen denn die Screenshots her? Ist das Lovoo oder eine ähnliche Datingplattform?
    Dann, muss ich sagen, verstehe ich den Kerl schon ein Stück weit. Ich bin absolut dafür, offen über psychische Krankheiten zu reden und tu das selber auch, aber man muss damit auch nicht hausieren gehen. Für manche scheint das inzwischen ja fast schon so eine Art Lifestyle geworden zu sein – das sag ich, obwohl ich auch mal betroffen war, bevor’s jetzt wieder falsch rüberkommt. Offenheit ja, jeden auf dem die Nase binden und ihn damit zwingen, sich mit für ihn evtl unangenehmen und überfordernden Themen zu beschäftigen – nein. Und deine Reaktion finde ich leider auch nicht erwachsen, danach verliert ja auch sein Part sehr deutlich an Niveau.

  • Antworten Alexandra S 14. März 2015 um 11:37

    Nein, sowas finde ich ja richtig schlimm! Ich wäre da auch für Steinigung 😉 Ich frage mich immer, wie Menschen Dinge sagen können wie “mir geht es am Arsch vorbei, wenn jemand stirbt, nur weil er lesbisch oder schwul ist oder psychisch krank war”? Sowas sollte doch verboten gehören…

  • Antworten Casey 12. April 2015 um 0:39

    Ach du Scheiße – wie kann man so denken. Das ist einfach nur beleidigend, ehrlich, da merkt man einfach nur, dass solche Menschen nie mit irgendetwas richtig Schwierigem zu kämpfen hatte. Oder auch nur in Berührung gekommen ist.

    Ich bin lesbisch und hatte in der Pubertät definitiv Probleme mit SVV. Aber solche Leute wird es immer geben, die sind in ihrer Welt wirklich beschränkt, unglaublich. Ich denke ja, das hat viel mit der Erziehung und den Menschen in unmittelbarer Umgebung zu tun – im Prinzip können sie uns leid tun. Wer engstirnig ist, wird viele Erfahrungen verpassen. WIR können uns dagegen glücklich schätzen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich dir – und danke für diesen Beitrag!
    Casey

  • Antworten Melle 25. April 2016 um 10:39

    Hallo,
    auf solche Ignoranz werden wir Betroffenen leider immer wieder stoßen.

    – Kein Mensch ist in der Lage, das nachzuvollziehen, was er selbst nie erlebt hat. –

    Ich versuche auf meinem neuen Blog , das Thema Depression mit all seinen Fassetten den Menschen und meinem engeren Umfeld näher zu bringen. Einige positive Reaktionen bekam ich bereits durch Kommentare und Email.

    Ich wünsche Dir weiterhin soviel positive Energie um solchen Dummschwätzern Parole bieten zu können !

    lg Melle von http://seelentief.blogspot.de

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