Einfach drauflos

2. April 2016 | Selbstfindung | 3 Gedankengänge

Gestern meine Entwürfe im Dashboard aussortiert und somit einige meiner kreisenden Gedanken zumindest virtuell gelöscht, sitze ich abermals auf der Couch, trinke mein Malzbier und tippe einfach drauflos. Ohne Ziel und ohne Ahnung was ich überhaupt sagen will, aber mitteilen möchte ich mich trotzdem.

Ich bin Dauerdenker, denke gelegentlich an meine Kindheit, meine Schulzeit, meine angefangene, nach einem halben Jahr abgebrochene Ausbildung, den Entschluss Detailminiatur ins Leben gerufen zu haben, meine seit mehr als einem Jahr laufende Selbstständigkeit; kurz, an meinen bislangen Werdegang. Ich grüble über die IHK-Beiträge, arbeite 24/7 und hab doch nicht ausreichend Geld um davon auch nur ansatzweise leben zu können, mache mir Vorwürfe und bin voller Zweifel. Ich bewundere Joana, die aus einer kleinen Idee etwas großes gemacht hat und weiß, dass auch ich das schaffen will, aber ich hab Angst. Angst vor dem Scheitern, Angst euren Ansprüchen nicht gerecht zu werden, Angst davor mich kaputt zu arbeiten, Nachts nicht zur Ruhe zu kommen und Angst mit meinem Entschluss nicht langfristig glücklich zu werden.

Für Außenstehende bin ich stark und mutig, doch eigentlich bin ich so zerbrechlich, dass man mich mit Glas vergleichen könnte. So alleine wie ich mich oft fühle bin ich gar nicht und so schwach wie ich mich sehe vermutlich auch nicht, aber was soll ich tun um mich zu stärken, mich so mutig zu sehen wie es andere tun? Den Menschen die immer für mich da sind verdanke ich unheimlich viel und gerade meiner Mama gebe ich vermutlich viel zu wenig zurück. Es geht nicht um das Materielle, es geht um Rücksichtnahme, Unterstützung und Liebe. Zu lieben macht uns zwar verletzlich, aber deswegen damit aufzuhören ist keine Alternative. Danke sagen ist so wichtig, liebe Geste machen auch die schwersten Tage erträglich und zaubern dem Gegenüber ein Lächeln auf die Lippen. Unser aller Leben wird früher oder später enden, unerwartet oder auch nicht, der Tod wird uns alle holen. Wir sollten also unsere Zeit mit Menschen verbringen die wir lieben und es ihn viel öfter sagen oder zeigen, täglich daran/dafür arbeiten, dass wir am Ende unseres Leben sagen können, dass wir unsere Träume verwirklicht haben. Wir alle sollten nicht im Gestern und auch nicht im Morgen, sondern im Hier und Jetzt leben.

Manchmal da habe ich das Gefühl ein verlorenes Wesen in unserem Universum zu sein, aber im Grunde bin ich ein Universum in unserem Universum. Ich bin ein Mensch, ein verdammt sensibler, oft verletzender und ein vor mehr als sieben Jahren an Depressionen erkrankter Mensch, ein den Konsum von Alkohol verabscheuender Mensch, aber ich bin Jemand, kein Niemand. So viele schlechte Seiten es auch an mir gibt, es wird immer Menschen geben, die mich trotz dieser oder vielleicht auch genau wegen dieser, lieben.

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3 Gedankengänge

  • Antworten MuhKuhAddict 2. April 2016 um 13:53

    Hast Du ganz wundervoll geschrieben. Dieser “Dauerdenker” kommt mir schwer bekannt vor. 🙂
    Ich wünsch Dir viel Erfolg bei der Umsetzung Deiner Träume. 🙂

  • Antworten Aileen 2. April 2016 um 14:32

    Meine Liebe, dein Text ist einfach wunderbar geschrieben! Viele deiner Ängste teile ich und ich finde es immer wieder bewundernswert und so schön, dass du deine Gedanken mit uns teilst! Da ist man einfach nicht alleine mit seinem Zerdenken und Grübeln 🙂

    Hab dich lieb!

  • Antworten Melle 25. April 2016 um 10:43

    Ich kann dir so sehr nachfühlen !
    Nach außen hin stark und innerlich so zerbrechlich!

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und finde es toll, dass auch du (wie ich) so offen darüber schreibst!

    lg Melle von http://www.seelentief.blogspot.de

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