Doktor Google

11. Juni 2017 | Gedankenkarussell | 4 Gedankengänge

Der Zahnarzttermin ist vier Tage her, das Vorstellungsgespärch des Lieblingsmannes drei. Beides war anstrengend, und bedurfte anschließend Erholung, die ich mir theoretisch spätestens gestern verdient hätte, nachdem auch vorgestern seelisch ‘ne Katastrophe war. Aber nö.

Ich googelte gestern nach möglichen Ursachen für meine Verdauungsschwierigkeiten, mit denen ich, wenn ich’s mir recht überlege, schon locker ‘nen halbes Jahr zu kämpfen habe, und leide laut Doktor Google entweder an einer Laktoseintoleranz, oder hab Darmkrebs. Stop mal. Kommt nicht irgendwie immer Krebs raus, wenn man nach Symptomen googelt? –Mein grundloser, rapider Gewichtsverlust spräche zwar dafür, aber mal im Ernst. Wenn’s nach Google geht, hab ich seit Jahren jegliche Art von Krebs.– Und nein, natürlich möchte ich mich nicht über diese Krankheit lustig machen. Ich möchte nur, dass verstanden wird, dass man laut Google ohnehin in den nächsten 5 Tagen krepieren wird. – Lacht nicht, so überspitzt gesagt war’s jetzt gar nicht.

Jedenfalls weiß ich jetzt auch nicht. Trotz meines Hypochonder Daseins hab ich weiter gegoogelt, und herausgefunden, dass sich eine Laktoseintoleranz im Normalfall erst im Laufe des Lebens entwickelt. Beziehungsweise der Lieblingsmann hat das herausgefunden. Er hat nämlich weiter gegoogelt, als ich von den ganzen Möglichkeiten, Laktoseintoleranz festzustellen, überfordert war. Und da ich gerade eh dabei bin, meinen Gesundheitszustand breitzutreten, verrate ich euch jetzt noch, was in meinem Fall, unabhängig von ungewöhnlich viel Schleim im Kot –sorry, ich bin halt ehrlich– für eine Laktoseintoleranz spricht. Blähungen, Bauch- und Kopfschmerzen, inklusive Herzklopfen, quälten mich gestern enorm, was unter dem Gesichtspunkt einer Laktoseintoleranz, entweder an dem fantastischen Kartoffel-Hack-Gratin lag, was es zum Mittag gab –Milch, Sahne, Käse; ich glaube mehr muss ich dazu nicht sagen–, oder an dem Eiskaffee, den ich mir am Nachmittag gönnte. Und unabhängig von Schleim im Kot, Herzklopfen, Kopf- und Bauchschmerzen, trifft grundsätzlich auch seit ‘ner Weile leichter Schwindel, den ich bislang auf’s Wetter, beziehungsweise auf zu schnelles Aufstehen geschoben habe, sowie häufiges Aufstoßen, Abgeschlagenheit, Einschlafprobleme, und laute Magengeräusche zu. Das alles sind Anzeichen, die mal mehr und mal weniger zutreffen, und die nebenbei bemerkt lange nicht alle Symptome sind, die auf eine Laktoseintoleranz zutreffen. Es sind lediglich die, die auf mich bezogen passen.

Und ja, natürlich sind das alles Symptome, die auf so ziemlich alles zutreffen können, oder einfach nur von meiner Psyche herrühren könnten, die durch Hochsensibilität und Depression ohnehin angeschlagen ist, aber da ganz offensichtlich zumindest die Möglichkeit besteht, dass ich Laktose intolerant –schreibt man das getrennt, oder zusammen? Ich bin ratlos.– bin, und weil ich meinen Körper diesen Stress beim besten Willen nicht weiter unbedacht aussetzen will, starte ich ab heute für sieben Tage in einen Selbsttest, in dem ich zumindest auf das verzichte, was ich im hohen Maße konsumiere. Kakao. Außerdem möchte ich soweit wie möglich andere Lebensmittel vermeiden, die hauptsächlich aus Milch bestehen. Sahne beispielsweise. Und weil ich in meinem Scheiße, ich will das nicht-Wahn gestern mal auf die Zutatenliste von m&m’s gesehen habe, sind die vorläufig ebenfalls tabu. Da steht Milchzucker nämlich eindeutig zu weit oben auf der Liste.

Ich sag euch, gut find ich den Scheiß nicht, und eine Qual wird’s ohnehin, zumal Tee nun keine sonderlich geile Alternative zum alltäglichen, heißgeliebten Kakao ist, wie ich heute morgen festgestellt habe, und ich Kaffee (erst recht ohne Milch) scheußlich finde, aber ich werd’ das durchziehen. Und sollte es merklich besser werden, sollten die Symptome tatsächlich abschwächen, werd’ ich ganz mutig sein, sieben Tage nicht auf meine Milchprodukte verzichten, gucken ob sie wieder auftreten, mir für den Fall das ja ‘nen Vorrat an Laktase kaufen, dann meinen Kakao genießen, und das Beste hoffen. Und wenn das alles nicht den gewünschten Erfolg bringt, werd’ ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen, rund 50€ für ‘nen H²-Atemtest ausgeben, den ich im Internet gefunden habe, den einschicken, oder aber meinem Hausarzt ‘nen Besuch abstatten. Zu ‘ner Darmspiegelung geh ich aber in diesem Leben nicht, jedenfalls nicht, solange ich mich dagegen wehren kann. Das aber nur am Rande. Ich hab bereits gehört, dass das nicht so schlimm sein soll, und ich hab mir vor ‘ner ganzen Weile bereits ‘nen Aufklärungsvideo zu dem Thema reingezogen, aber meine Angst davor ist genau genommen nicht einmal ein bisschen gesunken, und deswegen kommt das überhaupt nicht in Frage. Und auch wenn ich zugegebenermaßen ein Fan davon bin, über seine eigenen Grenzen hinauszuwachsen, hab ich erst einmal andere Baustellen, die bereits alles an meiner Kraft bedürfen.

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4 Gedankengänge

  • Antworten Aileen 13. Juni 2017 um 14:54

    ach mensch, das ist aber auch eine Tortur auf den geliebten Kakao zu verzichten 🙁 Aber ich kenne das gut – vor einiger Zeit hatte ich genau das gleiche Problem mit ähnlichen Symptomen & habe dann auch eine gewisse Zeit auf Laktose verzichten müssen. Dass du nun erstmal den ‘Selbsttest’ machst finde ich super, das ist eine tolle Idee und auf jeden Fall besser als eine Darmspiegelung. Die blieb mir damals auch erspart, weil ich ebenfalls längere Zeit auf besagte Laktose verzichtet habe & für meinen Hausarzt die Diagnose daher klar war. Nach einigen Wochen oder auch Monaten, war die Laktoseintoleranz allerdings verschwunden – kein Mensch weiß warum, der Körper ist eben manchmal merkwürdig 😀

    Ich drücke dir ganz doll die Daumen & hoffe, dass es dir bald besser geht 🙂

    Alles Liebe, Aileen

    • Antworten Laura Lehmann 14. Juni 2017 um 10:31

      Da sagst du was. Für den Fall, dass ich wirklich Laktose intolerant (schreibt man das jetzt eigentlich zusammen, oder getrennt? Google spuckt echt nichts brauchbares aus :D) bin, werd ich mir entweder Laktase einwerfen müssen, was bedeuten würde, dass ich noch mehr Tabletten schlucken müsste, oder aber ich muss laktosefreien Kakao kaufen, was ich ehrlich gesagt noch viel weniger einsehe, weil die Produkte unverschämt teuer sind. Mit viel Glück ist es aber auch bei mir nur eine “kurzweilige” Laktoseintoleranz, und mein Körper reguliert sich von alleine wieder, so wie es bei dir der Fall war. Hoffen wird ja noch erlaubt sein – und gedrückte Daumen helfen da bestimmt!

  • Antworten Babsi 13. Juni 2017 um 19:45

    Laktose ist nicht Milch sondern Milchzucker; und der ist in viel mehr drin, als etwa Sahne ^^; Da kommen noch Bindemittel hinzu, die in fast jedem Fertiggericht drin sind und selbst in Gewürzpackungen vorkommen können. Auch in Zahnpasta oder Schaumbad kann im schlimmsten Fall Milchzucker drin sein. Solltest du wirklich LI haben, guckst du am besten danach, ob in den Zutaten Magermilchpulver steht, denn das ist einer der häufigsten Begriffe, mit dem Laktose definiert wird.

    Abseits davon gibt es viele klasse Produkte, die laktosefrei sind – auch Kakao! 😀 Sehr lecker. Du kannst z.B. auch laktosefreie Milch und Nesquik kaufen. Der ist laktosefrei. Laktase sind Tabletten, die du einnehmen kannst, um dann M&Ms unbeschwert essen zu dürfen. Nur Getränke mit Laktose werden hier eher… unglücklich verlaufen.

    Für normal aber reagiert die durchschnittliche Person nicht mit Schleim im Kot auf Laktose, wenn wirklich eine Intoleranz besteht. Es kommt meist direkt zu Durchfall oder sogar Erbrechen. Kann sich aber auch ganz banal zeigen, sodass derjenige “nur” Bauchschmerzen, Juckreiz oder z.B. nen seltsamen Gaumen hat, der sich anfühlt, als wäre da Flaum. Heißt natürlich nicht, dass es nich noch ne Baaaaaandbreite mehr darüber gibt.

    Wenn du Fragen dazu hast, meld dich gern, ich hab selbst LI und über die Jahre viel Erfahrung sammeln können, wie man sich da helfen kann… ^^

    Ach, PS: Der härteste Teil ist immer am Anfang. Wird festgestellt, dass du das hast, empfiehlt es sich, eine einmonatige Laktosediät zu machen, damit sich dein Körper regulieren und erholen kann. Sprich, einen Monat lang vollständig auf Laktose verzichten, nur laktosefreie Produkte essen und auch kein Laktase nehmen. Sonst “verfälscht” sich das Ergebnis am Ende noch und du findest nicht so schnell raus, wie viel du nehmen musst, um keine Probleme mit Schoki & Co zu bekommen. :/

    • Antworten Laura Lehmann 14. Juni 2017 um 10:46

      Stell dir vor, bei meinen Recherchen bin ich durchaus darauf gestoßen, dass Laktose Milchzucker, und nicht etwa die Milch an sich ist. Auch find ich irgendwie fraglich, wie du darauf kommst, dass ich behauptet hätte, Laktose wäre nur in Sahne. Nicht umsonst schrieb ich mitunter, dass auch m&m’s für mich vorerst tabu sind, weil mir “Milchzucker” zu weit oben in der Zutatenliste steht. Es sind allerdings die ersten Dinge, die mir in den Sinn gekommen sind, welche ich regelmäßig konsumiere. Kakao, m&m’s, und Sahne, mit der hier hauptsächlich gekocht wird. Nutella ist nebenbei bemerkt auch kritisch, aber das gönn ich mir trotzdem – von jetzt auf gleich auf alles zu verzichten, oder Alternativen zu suchen, halte ich grundsätzlich ohnehin für recht schwierig, weil ja noch gar nicht feststeht, ob ich nun Laktose intolerant bin, oder nicht.

      Was die Symptome bei einer Laktoseintoleranz angeht, hab ich mich durch ganz Google gewühlt, und bin bei der Eingabe von “Schleim im Kot” recht schnell auf Laktoseintoleranz gestoßen. So selten scheint es also nicht vorzukommen. Auch habe ich mit Durchfall nichts am Hut – bei mir ist’s tatsächlich eher Verstopfung, was zwar eher der Einzelfall ist, aber trotzdem für Laktoseintoleranz sprechen kann. Generell scheint es mir aber recht schwierig, derartige Unverträglichkeiten ausschließlich durch Googlelei auszumachen, weil die meisten Symptome noch bei so vielen anderen Unverträglichkeiten, oder gar Krankheiten auftreten können. Wenn ich mal darüber nachdenke, könnte ein Reizdarm-Syndrom ebenfalls vorliegen, aber lassen wir mal die Kirche im Dorf.

      Auf dein Angebot, mich bei dir zu melden, werde ich gegebenenfalls gerne zurückkommen, sollte sich herausstellen, dass ich diese blöde Unverträglichkeit tatsächlich habe. Danke aber schon mal, für das Angebot an sich, deinen ausführlichen Kommentar im Allgemeinen, und auch für die wirklich hilfreichen Tipps am Ende.

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