Damals, da war die Welt noch in Ordnung

15. November 2013 | Allgemein | 2 Gedankengänge

Der heutige Post entsteht aus nur einem Grund: Weihnachten nährt sich mit großen Schritten und von „Fest der Liebe” ist seit geraumer Zeit keine Rede mehr. Weihnachten ist für mich ein Tag wie jeder andere, nur mit dem Unterschied, dass in dieser Zeit alles schön geschmückt ist. Aber alles auf Anfang, ich schwelge für euch ein wenig in (schmerzhaften) Erinnerungen.

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Damals, als ich noch klein war, da war die Welt noch in Ordnung. Ich habe wie so gut jedes Kind an den Weihnachtsmann geglaubt und das lag nicht zuletzt daran, dass sich irgendwer aus der Familie oder Bekannte als Weihnachtsmann verkleidet haben. Meistens mein Opa, der immer genau so aussah, wie ich mir den Weihnachtsmann vorgestellt habe. Und nachdem ich jedes Jahr auf’s neue, erst immer nicht hin wollte, war die Neugier doch größer und ich bin (schüchtern wie ich war) doch zum Weihnachtsmann gegangen um mir meine Geschenke abzuholen. Vor der Trennung meiner Eltern wurde Weihnachten immer bei den Eltern meines Erzeugers verbracht und auch nur dort war der Weihnachtsmann. Als sich meine Eltern dann 2007 trennten, war ich bereits 12 und ich habe lange davor schon nicht mehr an den Weihnachtsmann geglaubt.

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Dieses Foto ist 1998 entstanden und jedes Jahr auf’s neue freue ich mich auf’s Plätzchen backen. Mittlerweile sogar unheimlich gern mit meinem Neffen. Für Plätzchen ist man eben nie zu alt, doch viel lieber esse ich in der Vorweihnachtszeit mittlerweile Douglaskuchen. Wie oben bereits kurz angeschnitten, trennten sich meine Eltern 2007 und ich verbrachte ab da lediglich den ersten oder zweiten Weihnachtstag bei den Eltern meines Erzeugers. So auch 2010, als ich meinen Opa am zweiten Weihnachtstag das letzte Mal sah und ihn mit einem kurzen „Bis zum nächsten Mal” verabschiedete. Dass es dieses nächste Mal nie geben wird, war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst. Am 08.01. (genau einem Monat vor meinem Geburtstag) kam dann der erschütternde Anruf meines Erzeugers : „Opa ist tot.” Nachdem meine Fragen „Wieso? Warum er? Wann?” einfach ignoriert wurden, wurde einfach aufgelegt. Es mussten ja noch andere scheinbar wichtigere Leute informiert werden. Mal ganz abgesehen davon, dass man sowas nicht am Telefon klärt, war ich zu dem Zeitpunkt gerade mal einige Monate aus der Kinder und Jugendpsychiatrie raus und ich trug nach wie vor düstere Gedanken mit mir rum. All das schien nebensächlich, ich wurde mit all meinen Fragen und den beschissenen Gedanken alleine gelassen. Und Schuld daran war nur eine Person …

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Warum Weihnachten seit genau diesem Zeitpunkt für mich nicht mehr das ist, was es mal war, könnt ihr euch sicher denken und so versinke ich hauptsächlich in der Vorweihnachtszeit jedes Jahr auf’s neue in traurige Gedanken. Meine Fragen nach wie vor unbeantwortet, sogar 3 Jahre nach dem Geschehen. Mein Herz in zwei geteilt fließen jedes Jahr auf neue leise Tränen und ich fühl’ mich allein, auch wenn ich’s gar nicht bin. Meine Gedanken versteht kaum jemand, meine Fragen kann mir niemand beantworten und der der es könnte, ist nicht mehr unter uns. Und wieder stell’ ich mir die Frage : „Warum du?”

Schreibt doch in die Kommentare, wie ihr die Weihnacht eurer Kindheit in Erinnerung habt, ich würde mich tierisch freuen und hoffe, dass ihr nicht auch ein solches Schicksal akzeptieren müsst.

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2 Gedankengänge

  • Antworten Vanessa Nessa 15. November 2013 um 17:43

    sehr rührender artikel.. wenigstens bin ich nicht die einzige, die mit weihnachten an die “gueten alten zeiten” denkt. und echt süss warst du! 🙂

    • Antworten Laura Lehmann 17. November 2013 um 10:57

      Vielen vielen Dank. :’) Weihnachten, da kann man einfach nicht anders, als sich an den Strohhalm der Kindheit zu klammern. 🙂

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