2016 – Das Jahr voller Lektionen

31. Dezember 2016 | Jahresrückblick | 2 Gedankengänge

Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt einen Jahresrückblick veröffentlichen möchte, zumal ich letztes Jahr nicht dazu kam, und generell ein wenig zwiegespalten bin, was die Frage angeht, wer diesen Artikel überhaupt interessiert liest. Schlussendlich hab ich mich dafür entschieden, weil reflektieren immer eine großartige Möglichkeit zum verarbeiten ist. Sich hinzusetzen und sich Gedanken zu machen, ist in den seltensten Fällen eine schlechte Idee, und so sitze ich hier, und schreibe über das, was mir bezüglich des vergangenen Jahres in den Sinn kommt.

Kein wirklicher Verlust

Als hochsensibler Mensch, der ich wohl tatsächlich bin, kommen mir beim Zurückblicken mehrere Enttäuschungen in den Sinn, die ich alle samt mehr oder weniger gut überwunden habe. Ich habe Freunde verloren, zwei Stück an der Zahl, weil ich bin wie ich bin, und es nur schwer verknusen kann, wenn man den Kontakt zu mir aus heiterem Himmel einschränkt. Bis ich jemanden als Freund bezeichne, braucht es seine Zeit, diesen Freund dann wieder zu verlieren, und das zu akzeptieren ebenfalls.

Es gab durchaus Momente, in denen ich beiden Pest und Pocken gewünscht habe, mittlerweile schaue ich wieder gelegentlich auf dem Instagramaccount einer der beiden vorbei. Dass ich eigentlich von eben dieser Person blockiert wurde, und damit nichts mehr in dem Leben dieser zusuchen habe, tut nichts weiter zur Sache. Loslassen tut weh, und nur weil ich aus dem Leben der Personen geworfen wurde, heißt es ja nicht, dass ich mich nicht mehr für sie und ihr Handeln interessieren darf. Es ist wahnsinnig schwer zu sehen, dass das Leben der besagten Person(en) ohne mich genauso gut –wenn nicht sogar besser– weitergeht, und wenn ich ganz genau darüber nachdenke, dann kommt Sarkasmus und Wut in mir hoch, weil ich nach wie vor nicht verstehen kann, wie das alles so kommen konnte. Dennoch wünsche ich beiden nur das Beste und hoffe für sie, dass sie nicht früher oder später zurück in der Realität landen und bereuen, für welchen Weg sie sich in 2016 entschieden haben.

Weitere Enttäuschungen

Nach zweijährigem Singledasein erlebte ich zum gefühlt hundertausendsten Mal ’ne Enttäuschung. Natürlich kann man im Großen und Ganzen sagen, dass die besagte Person es nicht wert ist, in diesem Jahresrückblick aufzutauchen, und ich gut ’nen Monat verschwendet habe, das stimmt prinzipiell auch, aber auch das gehört zu meinem 2016, und wenn ich ehrlich bin, hatte ich ganz vergessen wie weh Liebeskummer tut. Mittlerweile kann ich über meine Naivität schmunzeln, und hab mir lange selbst verziehen, dass ich diesem Hornochsen eine Chance nach der anderen gegeben habe. Ich bin in dieser Beziehung, wenn man das so nennen möchte, immer wieder über mich selbst hinausgewachsen, und das ist, worauf ich stolz sein kann.

Unverhofft kommt oft

Wie heißt es doch so schön? »Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.« In 2016 haben wir wieder einmal diese Erfahrung gemacht und zudem festgestellt, dass diese scherzhafte Redensart beim besten Willen nicht nur auf unverhofft positive Ereignisse zutrifft. Ich hab dem Ableben von Waltraud, welche am 25’sten August verstarb, einen ganzen Beitrag gewidmet, weil ich es unheimlich wichtig finde, sich frühzeitig mit dem Tod auseinanderzusetzen.

Was ich dieser Stelle auch noch loswerden möchte ist, dass es keineswegs weniger weh tut, wenn man vorher die Möglichkeit hat sich damit abzufinden, einen nahestehenden Menschen zu verlieren. Mein Großvater verstarb 2010 unerwartet, Waltraud hingegen kam wegen eines Oberschenkelhalsbruchs ins Krankenhaus und wurde einen Tag später nach dem Mittagessen bewusstlos im Zimmer gefunden, und mit Verdacht auf Hirntod auf die Intensivstation verlegt. Bis sie schlussendlich verstarb, vergingen jedoch 8 Tage, in denen wir realistisch blieben und wussten, dass sie früher oder später von uns gehen wird. Ich hab viel geweint, und auch wenn es durchaus anders war sie gehen zu lassen, kann ich sagen, dass es am Ende genauso weh tut.

Wahre Freundschaft

Wenn aus einem Problem und einem daraus resultierendem Tweet neue Kontakte entstehen, weil andere Menschen helfen wollen, dann ist das schon großartig. Wenn aus dem Kontakt zu einem dieser helfenden Menschen aber tatsächlich sowas wie Freundschaft wird, dann ist das mehr als nur erwähnenswert.

Ich gehöre zu den Menschen, die die Meinung vertreten, dass Freunschaft zwischen Mann und Frau nicht funktioniert, weil ich die Erfahrung aus zwei verschiedenen Perspektiven gemacht habe. 2012 war ich gut ein Jahr mit meinem damaligen besten Freund zusammen, das Ganze ging in die Brüche, ich war nicht nur wieder Single, ich habe vor allem meinen besten Freund verloren. In einem anderen Jahr, fragt mich nicht um welches es sich genau handelt –ich hab’s verdrängt–, wurde ich von meinem damaligen Partner mit seiner besten Freundin betrogen. Das alles hat in diesem Jahresrückblick so zwar nichts verloren, weil es schon Ewigkeiten zurückliegt, aber es hat mich geprägt und ich erzähle es euch, damit ihr nachempfinden könnt, wie besonders die neu entstandene Freundschaft für mich ist.

Johannes, auf dessen Twitterprofil ich an dieser Stelle ganz bewusst nicht verlinke, ist in vielerlei Hinsicht zu einer Art Rettungsring geworden. Ich schätze seine mentale Anwesenheit in jeder erdenklichen Situation sehr, ebenso die Tatsache, dass der Gute kein Blatt vor den Mund nimmt, oder mich mit Samthandschuhen anpackt. Ich könnte noch unheimlich viele Worte über ihn verlieren, belasse es allerdings hierbei, vor allem weil ich aktuell ein ganz klein wenig sauer auf ihn bin, und sag einfach nur Danke, denn er wird wissen wofür.

Eine neu entdeckte Leidenschaft

In meinem ganzen Leben, habe ich nicht einmal im Ansatz so viele Bücher gelesen, wie innerhalb der letzen acht Monate. Voller Stolz kann ich berichten, dass es sage und schreibe 23 gelesen Bücher sind, welche ich im wahrsten Sinne verschlungen habe. Mittlerweile stellt sich mir unabhängig davon die Frage, wie ich jemals ein Lesemuffel sein konnte, denn Bücher machen in erster Linie wahnsinnig Spaß, und lassen mich in eine andere Welt abtauchen, wenn mir meine mal wieder zu doof ist.

Ob ich weiterhin einmal monatlich eine Rezension über eines meiner ausgelesen Bücher schreibe, weiß ich noch nicht, denn abgesehen von meiner ersten Rezension, hat kaum jemand die Vom Lesemuffel zur Leseratte-Beiträge gelesen, geschweige denn mir Feedback da gelassen. Vielleicht werde ich stattdessen in unregelmäßigen Abständen, im besten Fall gegen Ende des Monats, einen Beitrag über alle ausgelesenen Bücher in eben diesem Monat verfassen, und nur kurz auf die jeweiligen Bücher eingehen.

Produktivität und Vernachlässigung

Während es in 2015 rund um Detailminiatur viel zu tun gab, und ich Pixeldetail vernachlässigt habe, habe ich in 2016 die Prioritäten anders gesetzt, mich auf Pixeldetail konzentriert und Detailminiatur vernachlässigt. In 2017, und damit im dritten Geschäftsjahr, möchte ich endlich im Einklang mit all meinen Aufgaben arbeiten, und dafür muss schleunigst ein Plan her, der mir den Arbeitsalltag hoffentlich erleichtert. 2017 soll noch professioneller, noch vielseitiger, aber vor allem strukturierter werden – das ist einer meiner vielen (kleinen) Vorsätze für’s kommende Jahr.

Übrigens: Auf Detailminiatur läuft heute Nacht, mit dem Beginn des neuen Jahres, mein „Weihnachtsrabatt“ aus. Wer also Interesse an meinen Unikaten hat und zudem noch sparen möchte, sollte sich ganz schnell bei mir melden.

Das Fazit

Wie schon in meinem Ich würde gerne …-Beitag geschrieben, ist das Leben eine Ansammlung von Lektionen, die sich solange wiederholen, bis wir sie endlich verstanden haben. Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass in 2016 unheimlich viel geweint, überaus viel gedacht, sehr viel gelernt, aber auch arg viel gelacht und gekuschelt wurde. Es war wieder einmal ein sehr prägendes Jahr, aber auch eines, in dem ich regelmäßig über mich hinausgewachsen bin, was mir zwar nicht immer leicht fiel, mich aber dahingehend weitergebracht hat, dass ich nun das Wissen habe, dass alles möglich ist, solange man sich nur ausreichend bemüht.

… und meine liebsten Beiträge

Nicht zuletzt weil der Beitrag auf Pixeldetail online geht, folgen hier noch sechs Beiträge des Jahres, die mir besonders am Herzen liegen, und die ihr wie die Verrückten geklickt habt. Kommt gut ins neue Jahr, und passt auf euch auf!

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2 Gedankengänge

  • Antworten David 31. Dezember 2016 um 17:31

    Bewegt mich sehr… Danke das ich teilhaben durfte…

    • Antworten Laura Lehmann 31. Dezember 2016 um 17:58

      Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu lesen!

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