1043 Worte die zu Gedankensprüngen wurden

31. Oktober 2017 | Gedankenkarussell | Sag mir, was du denkst!

Ende Oktober, und damit schon wieder drei Monate, in denen ich hier nicht hab von mir hören lassen. Es stand viel an, und an Tagen, an denen mal nichts anstand, hab ich mich nach Kräften bemüht, mich ein wenig auszuruhen. Klingt ziemlich bescheuert, nicht wahr? Nun, es ist so. Wenn mich etwas aufwühlt, dann kann ich in meinem Kopf keinen Schalter umlegen, und einfach an etwas anderes denken. Ich denke, das sollte jeder von uns kennen. Ich bin nämlich noch keinem Menschen begegnet, der dazu in der Lage gewesen ist. Jedenfalls muss ich die Thematik zerdenken. Aus allen Blickwinkeln betrachten. Und das braucht nicht nur Zeit, sondern auch Kraft, die zwangsläufig nach einer gewissen Anspannung nicht mehr wirklich da ist, und sich erstmal wieder auffüllen muss. Als ich die Erschöpfung zugelassen, und mich auf’s Ausruhen konzentriert habe, kreisten die Gedanken wie von selbst, und ich kam zu Antworten, die ich durch’s Zerdenken vermutlich niemals erlangt hätte.

In den vergangenen drei Monaten drehte sich eigentlich alles um meine körperliche Gesundheit, und damit um Arzttermine. Ich hab mich in den letzten drei Monaten so oft überwinden müssen, dass mir zwischenzeitlich immer mal wieder die Kraftreserven ausgingen, und nicht mehr wirklich etwas ging. Vielleicht fragt ihr euch auch, was aus meiner Psyche geworden ist. Oder besser gesagt, aus der Thematik Therapie. Die Antwort ist: Nichts. Ich wollte und will mich erst einmal darauf konzentrieren, meine Symptome in körperlichen Ursachen zu suchen, weil ich sie da nach wie vor vermute. Ich streite nicht ab, dass Stress eine gewisse körperliche Symptomatik hervorruft, aber meine Wahrnehmung ist nicht so verschoben, dass ich tatsächlich glaube, meine körperlichen Beschwerden seien psychosomatisch bedingt, nur weil der Vollidiot vom notärztlichen Dienst dieses behauptet hat. Immerhin traten sie gewissermaßen wie aus heiterem Himmel, und zu einer Zeit auf, in der es mir seelisch gut ging. Dennoch: Wirklich vom Tisch ist eine weitere Therapie noch nicht, aber eines nach dem anderen.

Neben zahlreichen Terminen beim Zahnarzt, vor denen es mir Anfang des Jahres noch wahnsinnig graute, standen auch Termine beim HNO an. Und bei meinem Hausarzt. Abgesehen von den Ängsten vor möglichen Schmerzen den Zahnarzt betreffend, war mit mein größtes Problem der HNO. Weil der bekanntermaßen mit seinen Gerätschaften dort rumfummelt, wo bei falscher Berührung auch der Würgereiz eine Rolle spielt. Der macht zwar nie Spaß, und ist nett gesagt ziemlich unangenehm, aber mit ‘ner Kotzphobie Emetophobie ist die ganze Sache gleich nochmal ‘ne andere Hausnummer. In jedem Fall hab ich, wie eigentlich immer vor einem Arzttermin, auch dort das Schlimmste befürchtet, meinem Spiegelbild eingeredet alles werde gut, und das Beste gehofft. Und es wurde.

Was den Hausarzt betrifft, bleibt mir eigentlich nur zu sagen, dass drei Termine anstanden, wovon der erste ein Gesprächstermin war, welcher mich seelisch umhaute, der zweite eine längst überfällige –und wider Erwarten eine äußerst gut funktionierende– Blutabnahme –ich sag’s euch, wenn ihr euer Leben lang mit Rollvenen zu kämpfen habt, und die Blutabnahme normalerweise nicht problemlos verläuft, ist man schon mal positiv überrascht–, und der dritte, die Besprechung der Blutuntersuchung auf Lipoprotein Alpha, ein Gedankenkarussell mitbrachte, wie es im Buche steht. Nebenbei bemerkt bin ich zwei Jahre nicht zu meiner regelmäßigen Blutuntersuchung gegangen -sollte gelassen werden, auch wenn es bei mir wie erwartet betreffend meiner Schilddrüsenwerte keine Änderung gab-, und hab meinen Hausarzt gemieden, wo es nur ging. Mit den Jahren hat er sich äußerlich verändert, und ich kam nicht damit zurecht. Wenn man bedenkt, dass ich ihn bereits seit meiner Kindheit kenne, und er immer kurze Haare hatte, und vorsichtig gesagt immer gestriegelt aussah, dann haut eine Löwenmähne schon mal um, und transportiert irgendwo eine plötzlich fehlende Professionalität. Und wo wir gerade bei der Geschichte Blutabnahme und Nachbesprechung sind: Ich kannte das so nicht. Näheres diesbezüglich könnte ich hier nochmal ablassen, aber der Einfachheit wegen verweise ich lieber auf ein Posting auf Instagram, weil es bereits alles beinhaltet, was es dazu zu sagen gibt, und ich den Blogpost nun wirklich nicht unnötig in die Länge ziehen will, wo er doch bereits schon so lang ist. Und wer sich eh schon auf mein Instagramprofil klickt, kann sich glatt auch meinen Kommentar unter diesem Bild durchlesen – da gibt’s im Grunde die oberflächlich angekratzte Auswertung meiner Blutwerte, und die Begründung, warum mich das so abfuckt.

Um das Ärztethema aber endlich mal abzuschließen, denn das ist zwar durchaus der Haupt-, aber nicht der einzige Grund für den Stillstand hier, bleibt mir nur noch eine Kleinigkeit anzumerken. Wenn ich durch die ganzen Arzttermine eines gelernt habe dann, dass ich nicht die Ärzte fürchte, sondern das Unbekannte. Ich hab jahrelang Ätzte gemieden, und wirklich nur im äußersten Notfall einen aufgesucht, und dafür gerade bei den ersten anstehenden Terminen meine Quittung bekommen. Ich hab mich verrückt gemacht. Schon Tage vorher. Hab geheult, weil ich wusste, dass ich mich einem Stress aussetzen werde, der mir nicht gut tut, und durch den ich einen ähnlichen Nervenzusammenbruch befürchtete, wie ich ihn Ende Juni erlebte. Immerhin war diese Erfahrung dermaßen prägend für mich, dass ich alles in meiner Macht stehende tue, um derartiges nie wieder durchleben zu müssen. Ich hatte Schiss bis ins Unermessliche, wusste aber, dass nicht hinzugehen, die Sache nur für einen Moment erleichtert. Mit jedem Termin wurde mein morgendliches Verhalten routinierter, und eine Baldrian verhalf mir zu der nötigen Gelassenheit, damit ich im Wartezimmer sitzend nicht durchdrehe, sondern im besten Fall hundemüde bin. Was gleichermaßen mit spätem Zubettgehen, frühem Aufstehen, und damit maximal 4 Stunden Schlaf zusammenhängt. Zugegeben, der Grat zwischen einem zusammensackenden Kreislauf, und der Müdigkeit verschuldeten Benommenheit ist schmal, aber ich fahre mit dieser Taktik durchaus am Besten. Ein übermüdetes Hirn kann nicht geradeaus denken, und damit die tief verankerten Ängste schüren.

Vielleicht nehme ich mir künftig am Ende eines Monats ein wenig Zeit, und teile mit euch das, was in eben diesem abgegangen ist. Die Arzttermine ziehen sich nämlich noch ein wenig, und davon abgesehen steht noch der Möbelkauf, die Renovierung, und das Handwerken an, denn der Lieblingsmann hat endlich eine Wohnung, und wird Ende nächster Woche den Mietvertrag unterschreiben. Wenn das alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, könnt ihr euch gegebenenfalls außerdem auf das ein oder andere DIY freuen, denn für einen derartig langen Stillstand, wie er hier wieder einmal herrschte, liegt mir Pixeldetail nach wie vor viel zu arg am Herzen.

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